Tabula Rasa: spannende RSS Feeds gesucht

RSS
Bild: Matt Forsythe

Ich muss zugeben, dass ich in den letzten Monaten kaum noch Blogs gelesen habe. Jedenfalls nicht so, wie ich früher Blogs gelesen habe. Nämlich per RSS-Reader und einer handgepflegten OPML-Datei.

Gemäß dem Zwonull-Credo – Ich suche nicht die Information, die Information kommt zu mir – habe ich quasi nur noch Blogs gelesen, deren Artikel in meiner Twitter-Timeline verlinkt waren. Ebenso habe ich die Artikel gelesen, die bei Rivver nach oben gespült wurden.

Diese Vorgehensweise führte allerdings nur selten dazu, dass ich regelmäßiger Leser dieser Blogs wurde. Was ich inzwischen bedaure. Es gibt zu viele tolle Blogs da draußen, die meine Aufmerksamkeit verdienen.

Da ich mir gerade beim Versuch, NetNewsWire mit Google Reader zu synchronisieren, meine, Sammlung interessanter RSS-Feeds komplett zerschossen habe, wage ich nun den Neuanfang.

Dazu benötige ich Eure Hilfe: Welche sind die RSS-Feeds, Blogs, etc. die ich unbedingt (wieder) lesen sollte?

Folgende Themenkreise sollten im neuen OPML-File unbedingt berücksichtigt sein:

  • Apple
  • PR & Social Media
  • Raumfahrt
  • Musik

Ab mit euren Empfehlungen (gerne auch das eigene Blog, Posterous, etc.) in die Kommentare!

Vielen Dank!

Reinhard Bütikofer zu Netzsperren und Social Media in der politischen Kommunikation

@Bueti

Bütikofer in der Bütt

Reinhard Bütikofer hat es nicht wirklich leicht heute. Vielleicht fünfzig, sechzig Zuhörer haben sich auf dem Leipziger Nikolaikirchhof eingefunden, um Bütikofer zu sehen, immerhin Spitzenkandidat der Grünen für die in zwei Wochen stattfindenden Europawahlen. Die wenigen, die gekommen sind, verlieren sich fast auf dem Platz zwischen Bühne und Fußgängerzone.

Bütikofer redet frei und in kurzen Sätzen. Er wünscht sich eine höhere Wahlbeteiligung bei den Europawahlen, skizziert die Positionen der Grünen, die klassischen Themen, spricht viel vom Green New Deal. Überzeugungsarbeit muss der Spitzengrüne an diesem Samstagnachmittag in Leipzig nicht leisten, die wenigen Zuhörer dürften zum harten Kern der Leipziger Grünen gehören. Kaum einer der Passanten auf der Nikolaistraße bleibt stehen. Die Bühne ist zu klein und zu weit weg. Verstehen kann man Bütikofer in der Fußgängerzone auch nicht richtig.

Unter den Zuhörern sind allerdings noch ein paar Teilnehmer des Flashmobs, bei dem auf dem Augustusplatz das Grundgesetz vorgelesen wurde. Spontan beschließen @denQuer, @JuergenChrist und ich, Reinhard Bütikofer nach seiner Rede zum Thema Internetsperren zu befragen.

Bütikofer erweist sich als sympathisch und offen. Wir stellen uns und unser Anliegen vor. Was ist die Position der Grünen zu den Netzsperren, was hält er persönlich davon wollen wir wissen.

@Bueti twittert per Blackberry

Seine Antworten sind knapp: Die Position der Partei könne er mir als Link schicken, ich solle ihm doch per Twitter kurz eine Nachricht schicken. Auch seine persönliche Meinung zu #Zensursula bringt er in einem – offensichtlich bewusst twitterkompatibel formulierten Satz unter:

„Was die Netzsperren betrifft, so mache ich mir die Aussagen der @zeitrafferin zu eigen“

Keine dreißig Sekunden nachdem @denQuer diese Aussage sinngemäß twittert, zückt Bütikofer sein Blackberry, schaut kurz darauf und will wissen, wer von uns dreien @denQuer sei.

Ich bin verblüfft und tatsächlich beeindruckt. Der Mann kann mit Twitter umgehen. Zu Beginn seiner Rede hatten wir noch – nur halb scherzhaft – darüber spekuliert, ob vielleicht jemand aus seinem Umfeld hinter der Bühne für ihn twittert.

Twitter und Facebook als Kommunikationstools

Im weiteren Verlauf des Gesprächs, das @JuergenChrist in Teilen auch auf Video aufgezeichnet hat, diskutieren wir angeregt über die Chancen von Social Media und Web 2.0 in der politischen Kommunikation. Bütikofer sagt, Twitter sei ein echter Gewinn für ihn. Er nennt den Twitter-Feed der israelischen Haaretz und spricht von einem Bauchgefühl, das sich relativ schnell eingestellt habe: Anhand von wenigen Reaktionen auf Twitter lasse sich extrapolieren, wie Themen oder Thesen in der Öffentlichkeit aufgenommen werden.

Bütikofer betont, dass die Nutzung von Social Media Tools wie Twitter oder Facebook in erster Linie die persönliche Entscheidung des jeweiligen Politikers sei. Die Nutzung müsse authentisch sein, und lasse sich auch nicht durch Public Affairs Agenturen vermitteln. Dabei seien die Vorteile ja offensichtlich: Wenn er etwas ins Netz schreibe, meine er es so „bis auf die Setzung des Kommas genau“ – ein Vorteil gegenüber der klassischen Medienarbeit mit Journalisten.

Natürlich kommen wir auch auf den amerikanischen Online-Wahlkampf zu sprechen, den Bütikofer genau verfolgt hat. Es sagt, den Republikanern und Demokraten haben die gleichen Werkzeuge zur Verfügung gestanden – mit dem Unterschied, dass bei den Republikanern versucht worden sei, die Kommunikation von oben zu steuern, während die Demokraten von unten, weniger gesteuert kommuniziert hätten.

Auf den SPD-Mann Wiefelspütz und seinen bemerkenswert ignoranten Kommunikationsstil auf Abgeordnetenwatch angesprochen, antwortet der Grüne: Man dürfe das auf keinen Fall persönlich nehmen, Wiefelspütz sei halt nun mal kein sehr dialogischer Mensch.

@Bueti beweist Neue-Medienkompetenz

Aus der spontanen Idee, einen deutschen Spitzenpolitiker einfach mal direkt zu fragen, was er zu Themen zu sagen hat, die uns derzeit bewegen, ist ein interessantes, wenn auch naturgemäß kurzes, Gespräch geworden, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Bütikofer hat Neue-Medienkompetenz bewiesen. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran dürfte Julia Seeliger (die bereits oben erwähnte @zeitrafferin) haben, die nach Bütikofers Angaben, seine Website betreut.

Fazit: Befragt die Politiker, protokolliert und nehmt es auf!

Wahlkämpfende Politiker sind, unabhängig ihrer jeweilen Couleur, gut erreichbar und für Gespräche mit Ihren potentiellen Wählern offen. Aktuell stehen sie oft auf Marktplätzen – geht auf sie zu, sucht das Gespräch. Eventuell hilft es, den Gesprächswunsch beim jeweiligen PR-Menschen vor Ort anzumelden. Stellt euch vor und fragt, ob ihr Eure Unterhaltung aufzeichnen und veröffentlichen dürft.

Nach den positiven Erfahrungen mit Bütikofer werde ich nun versuchen, in Darmstadt mit den dortigen Europa- und Bundestagskandidaten ins Gespräch zu kommen. Immerhin ist Justizministerin Dr. Zypries die gewählte Abgeordnete meines Wahlkreises in Darmstadt.

@JuergenChrist will in den kommenden Tagen mit Renate Künast und Guideo Westerwelle sprechen. Beide werden in Leipzig sein und öffentlich sprechen.

Seine Eindrücke des Gesprächs mit Reinhard Bütikofer sind auf seinem Blog telemat.de (mit einem kleinen Video!) zu finden.

Nachtrag: Markus hat ein How-To verfasst, wie man Politiker (MdBs) kontaktieren kann, um mit Ihnen über Netzsperren zu sprechen.

Flugzeugabsturz in New York: 40 Minuten oder warum Twitter an Relevanz gewinnt

Plane Crash Hudson River
Foto: grego!

Bemerkenswert: Während sich die Teilnehmer an der Twittersphere bereits Fotos vom Flugzeugabsturz in den Hudson River vor New York weiterreichen, einer der Retter sogar von der Unglücksstelle twittert, vermeldet die ARD in den altehrwürdigen Tagesthemen den Absturz zwar an erster Stelle, stellt sich dabei aber überaus ungeschickt an.

Zu Bildern, die vermutlich zu diesem Zeitpunkt live waren, kommentiert der aus New York dazugeschaltete Korrespondent Thomas Roth. Er beschreibt, was er sieht und behauptet allen Ernstes, das Flugzeug sei noch nicht geöffnet worden, sonst wäre es ja bereits tiefer gesunken, ob Menschen bereits gerettet wurden, könne er nicht sagen.

Als Roth das sagte, wusste ich schon mehr. Durch Twitter. Dort nämlich wurden Links zu Fotos auf Twitpic und Flickr und Live-Streams amerikanischer TV-Stationen weiterverbreitet. Die ersten Fotos waren 40 Minuten alt, als die Tagesthemen anfingen. 40 Minuten. Das ist heutzutage eine kleine Ewigkeit.

Es zeigt sich also wieder einmal, dass Twitter das aktuell wohl schnellste Medium zur Verbreitung von Nachrichten ist. Was nicht heißen soll, dass wir nun Fernsehnachrichten endgültig nicht mehr brauchen. Denn ich glaube nicht, dass ich auf vernünftig recherchierte Hintergründe und meinungsstarke Kommentatoren verzichten will. Diese werden sich niemals in 140 Zeichen pressen lassen.

Nicht gesendete Tweets anderer Leute

Und kurz vor Otterbach fragt sie mich, ob ich nicht auch bei WKW sei.

Leider ist dieser Satz von seinem Autor noch nicht getwittert worden. Dabei hat dieser Tweet alles, was einen Qualitätstweet ausmacht. Im Grunde eine ganze Geschichte in nur einem Satz. Für genau solche Sätze ist Twitter gemacht.

WGZwoNull Kick-Off Party

Liebe Freunde und Follower,

am 21. Juni feiert die Web 2.0-WG des Saarlandes ab 20 Uhr ein Fest.
Dies ist Deine persönliche Einladung, ganz unpersönlich via Massenansprache.

Der Anlass:
Wir laden unsere Follower zum Feiern ein!
Gesche lädt ihre Freunde ein, um ihren Einzug in die WG zu feiern und
Andreas lädt seine Freunde ein, um seinen Geburtstag nachzufeiern!

Der Ort:
Nauwieser Straße 27, 1. Stock, Saarbrücken.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es – bitte nachfragen. Es gilt: Wer zu erst fragt, kriegt LuMa und Schlafsack, die letzten müssen alles selbst mitbringen. Wir helfen gern beim Basteln von Fahrgemeinschaften (viele Leute werden z.B aus HH, HB, B und LE erwartet).

Die Verpflegung:
Wir kaufen Bier und nicht-alkoholische Getränke, wer mehr will, muss es mitbringen. Es wird Kleinigkeiten zu Knabbern geben.

Das Procedere:
Wer sich nicht meldet, kommt nicht. Wer kommen möchte, meldet sich bitte bis zum 17. Juni hier in den Kommentaren oder per Mail oder per Twitter.

(Wer Gesches Nummer hat, kann sie auch anrufen. Von telefonischen Anmeldungen bei ihm, bittet Andreas abzusehen)

Viele Grüße, Gesche & Andreas

Projekt: WGZwoNull

Eine relativ attraktive 3ZKB im Nauwieser Viertel (dem einzigen Hipkiez in Saarbrücken) zu bespielen, wenn man sich gefühlt die Hälfte der Zeit sowieso dort nicht aufhält, ist unklug. Aus vielerlei Gründen. Ein wichtiger ist, dieses Gefühl der Leere nicht mehr ertragen zu wollen, wenn man nach Tagen in die unbelebte Wohnung zurückkehrt.

Deswegen teile ich meine Wohnung jetzt wieder. Mit Schuehsch. (twitter.com/schuehsch)

Bitte freut Euch mit mir über die WGZwoNull (Blog kommt), ein Projekt das jetzt genau seit sieben Tagen exisitiert.

In den kommenden Wochen werden wir tolle und spannende Gäste in unserem Gästezimmer unterbringen (Google Kalender auf Anfrage) und mit ihnen twittern, bloggen, mogulieren, Projekte planen und feiern.

WGZwoNull-Style.

Wer den Anfang machen wird und wann unsere geschätzten 200 Twitter-Follower nach Saarbrücken kommen müssen, um mit uns zu feiern, werden wir sehr bald veröffentlichen. Wenn das neue Blog steht.

drüben

Für Aussenstehende mag Twitter ein nur schwer nachvollziehbaren Nutzen haben. Ich finde es gerade toll. So sehr, dass ich dieses kleine Blog hier vernachlässige – zugunsten vieler kleiner Microblogpostings drüben bei Twitter.

Das ist nur eine Phase, die hört auch wieder auf.

Vielleicht.

Aber immerhin habe ich nach gefühlten zwei Wochen mal wieder etwas an der Spree verfasst. Bitte hier entlang.

Nächste Woche: Hannover Messe

Die Kampfanzüge sind eingepackt, die Hemden auch. Montag startet die Hannover Messe. Sollte sich einer Meiner geschätzten LeserInnen dorthin verirren: ich bin in Halle 2 (Forschungshalle, na klar!) am Stand C 48 zu finden. Über einen Besuch freue ich mich!

Regelmäßige Updates wird es hier wohl eher nicht geben – allenfalls werde ich meinen Twitter-Account und den des DFKI bedienen. Fühlt Euch frei, uns zu folgen.