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Projekt: WGZwoNull

Eine relativ attraktive 3ZKB im Nauwieser Viertel (dem einzigen Hipkiez in Saarbrücken) zu bespielen, wenn man sich gefühlt die Hälfte der Zeit sowieso dort nicht aufhält, ist unklug. Aus vielerlei Gründen. Ein wichtiger ist, dieses Gefühl der Leere nicht mehr ertragen zu wollen, wenn man nach Tagen in die unbelebte Wohnung zurückkehrt.

Deswegen teile ich meine Wohnung jetzt wieder. Mit Schuehsch. (twitter.com/schuehsch)

Bitte freut Euch mit mir über die WGZwoNull (Blog kommt), ein Projekt das jetzt genau seit sieben Tagen exisitiert.

In den kommenden Wochen werden wir tolle und spannende Gäste in unserem Gästezimmer unterbringen (Google Kalender auf Anfrage) und mit ihnen twittern, bloggen, mogulieren, Projekte planen und feiern.

WGZwoNull-Style.

Wer den Anfang machen wird und wann unsere geschätzten 200 Twitter-Follower nach Saarbrücken kommen müssen, um mit uns zu feiern, werden wir sehr bald veröffentlichen. Wenn das neue Blog steht.


“Du bewegst dich zu schnell!”

Die nächsten Tage werden dicht: Gleich fahre ich nach Leipzig, bleibe dort bis Sonntag, um dann Montag und Dienstag in Kaiserslautern und in Saarbrücken zu arbeiten, um dann am Mittwoch morgens kurz nach Leipzig zu rauschen um dann am Abend nach Bremen zu fahren, um dort Donnerstag und Freitag zu arbeiten. Das anschliessende Pfingstwochenende verbringe ich dann wieder in Leipzig.


Bleibt alles anders

Da ist man mal für 10 Tage weg, schon ist alles vieles anders:

Der Plus-Markt, hier im Nauwieser Viertel auch als der Pennermarkt bekannt, ist verschwunden. Ich wollte gerade einkaufen, da gähnt mich nur noch eine leere Supermarkthalle an.

Agnes Haarwerkstatt ist auch weg. Sonderbare Leere in dem einst so geschmackvoll eingerichteten Salon.

Auf der Frequenz, auf der bislang der Deutschlandfunk zu empfangen war, läuft jetzt Deutschlandradio Kultur.

Bizarr.


Qype: Sankt J. in Saarbrücken

Saarbruecken

Das Sankt J. ist eines der vielen Cafés am St. Johanner Markt – allerdings auch eines der kleinsten. Im Sommer spielt die Grösse des Lokals keine Rolle – schliesslich sitzt man direkt auf dem Marktplatz, der auf dieser Seite von den verschiedenen Cafés bespielt wird.

Das Sankt J. selbst ist ein schmaler Schlauch, eine lange Theke dominiert den Raum, sitzen kann man auf gepolsterten Hockern an Hochtischen.

Damit lädt das Sankt J. für einen schnellen Kaffee während des Einkaufsbummels ein, nicht jedoch zum wirklich längeren Verweilen, wie ich finde.

Der Kaffee kommt aus Viva-Kaffeevollautomaten. Nicht wirklich stilecht aber trinkbar.

Die Preise sind markttypisch, die kleine Latte Machiato mit aktuell 2,60 EUR ein wenig zu teuer.

Das musikalische Hintergrundrauschen kommt meist von Künstlern, die von der Café Del Mar-Serie her bekannt sind. Das ist ganz annehmbar und tut keinem weh – ist dafür aber auch nicht sonderlich originell.

Mein Beitrag zu Sankt J. – Ich bin glueckauf – auf Qype


Verkehrsbeobachtungen (unsortiert)

Bahnhof Kaiserslautern

Jetzt haben die Saarbrücker seit über 10 Jahren wieder eine Strassenbahn, die sogar bis nach Frankreich fährt aber haben das einfache Prinzip “Erst Aussteigen lassen, dann Einsteigen” immer noch nicht kapiert.

Warum ist die nette blonde Schaffnerin Zugbegleiterin nicht an Bord? Die fährt die Strecke sonst doch fast immer.

Bilde ich mir das nur ein, oder sind die Kontrolleure in der Bahn tatsächlich einen Tacken freundlicher, wenn man die schwarze Premium-Kundenkarte vorzeigt?

Der ICE aus Paris wird zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern gemeinsam von deutschen und französischen Grenzschützern kontrolliert. Pech, wenn man a) zu unrasiert ist b) Dreadlocks hat c) dunkelhäutig ist d) zu dunkle Haare e) nicht EU-Bürger ist. Dann dauert die Reise von Paris nach Frankfurt unter Umständen deutlich länger, weil man dann zur Überprüfung der Papiere in Kaiserslautern ausgestiegen wird.

Die Busfahrpläne in Kaiserslautern gelten eher als unverbindliche Empfehlungen an die stets schlecht gelaunten Busfahrer. So lange man Studenten und Mitarbeiter der wissenschaftlichen Einrichtungen anmault oder gerne mal unter Hinweis auf den ach so vollen Bus deren Beförderung ablehnt, wird das nichts mit dem Strukturwandel. Und dieser Fussballverein mit dem viel zu grossen Stadion wird trotzdem absteigen.

Wieso kostet am Süssigkeitenautomat am Bahnhof Kaiserslautern ein Mars 50 Cent, ein Twix aber 70?


Qype: Nauwieser Viertel in Saarbrücken

Kneipe
Kurze Eck

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Der lebenswerteste Stadtteil der saarländischen Landeshauptstadt. Keine Frage.

Zugegeben, es mag sein, dass die Tatsache, seit einigen Jahren im Herzen des Nauwieser Viertels zu wohnen, die Sicht darauf ein wenig verstellt.

Jemand – aus dem Reich (so nennen die Saarländer die anderen deutschsprachigen Gebiete) nannte das Viertel mal das Kreuzberg des Südens.

Da ist durchaus etwas dran:

Das Nauwieser Viertel ist ein ehemaliges Arbeiterviertel in St. Johann. Hier gab zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber auch Handwerkerks- und kleine Industriebetriebe. Einige Hinterhöfe zeugen noch davon.

Spätestens in den 70er Jahren erobern die Studenten dann das Viertel. Sie profitieren von günstigen Mieten, einer hohen Kneipendichte und einer allgemeinen Verruchtheit des Viertels. Prostitution und Drogenszene sind bis zum Anfang der 90er Jahre allgegenwärtig.

Es entwickelt sich eine lebendige alternative Szene mit Kneipen, Theatern, Geschäften – allem, was die Bohème so benötigt.

Mitte der 90er Jahre beginnt langsam aber nachhaltig die Phase der Gentrifizierung des Viertels. Strassen, Plätze und Gebäude werden saniert und die Drogenszene verdrängt. Die Bordelle bleiben – vorerst.

Staatliche Förderungen ermutigen Investoren, Häuser im Viertel zu kaufen und zu sanieren. Sie spekulieren darauf, sie an eine kaufkräftige Klientel vermieten zu könnnen. Die Mieten im Vierel steigen in der Folge, für viele Studenten wird das Viertel unerschwinglich.

Mit der neuen Zielgruppe (junge, finanzstarke Familien) kommen auch neue Geschäfte ins Viertel: Spielzeugläden verdrängen Gothic-Fachgeschäfte, hippe Cafés die Weltläden.

Ich persönlich zweifle daran, dass die Rechnung der Investoren aufgeht. Mir erscheint die Anzahl an finanzstarken, jungen Familien zu klein. Woher sollten die auch kommen? Saarbrücken ist weder Köln noch Hamburg – auch wenn man es sehr gerne wäre.

Mein Beitrag zu Nauwieser Viertel – Ich bin glueckauf – auf Qype