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CC: Denis Bourez / Flickr

Ken Boothe – Set Me Free (You Keep Me Hanging On – Reggae Cover)

Mit schöner Regelmässigkeit spielt Radio Nova an Wochenenden dieses Reggae-Cover des Supremes-Klassikers “You Keep Me Hanging On”, das vielen vielleicht eher in der 80er-Version von Kim Wilde im Ohr ist.

Interpret ist der jamaikanische Ska- und Reggae-Sänger Ken Boothe, der mit “Everything I Own” 1974 einen No.1-Hit in Großbritannien hatte. Dieser Titel dürfte einigen auch in der weichgespülten Version von Boy George (1987) bekannt sein. Das Original ist allerdings von der kalifornischen Band Bread aus dem Jahre 1972.

Die Reggae-Version von “You Keep Me Hanging On” jedenfalls scheint einigermassen selten zu sein. Soweit man das in Zeiten ständiger Verfügbarkeit von Musik überhaupt noch sagen kann. Kaufen kann man den Song als MP3 zum Beispiel hier: http://www.souljazzrecords.co.uk/releases/?id=172.

Ein schöner Start ins Wochenende, wie ich finde.

Übrigens, als Beifang der Recherche zu diesem Stück: Culture Club sind auch wieder da.

Foto: Denis Bourez/Flickr


Savages

Savages – I Am Here (Silence Yourself, 2013)

Wer mein gelegentliches Musikgeblogge in den letzten Jahren verfolgt hat, weiss, dass mir kein Hype zu groß ist, um nicht an ihn zu glauben.

Aktueller Liebling des (britischen) Musikfeuilletons sind Savages, die mit “Silence Yourself” gerade ihr Debut-Album ihre Debüt-Veröffentlichung an den Start gebracht haben.

Savages holen ein fast vergessenes Genre aus dem Musikarchiv der späten 70er, frühen 80er hervor und verpassen ihm eine radiale Frischzellenkur. Arte nennt das Post-Post-Punk und liegt damit nicht ganz falsch. Energiegeladen treibt der Bass, überraschend hohe Gittarrenwände bauen sich auf und davor die Stimme von Sängerin Jehnny Beth. Trotz der Wucht, mit der die Britinnen zu Werke gehen, wirken die Stücke auf “Silence Yourself” erfrischend reduziert, minimal fast, auf das Wesentliche reduziert. Und noch etwas ist auffällig: Die Ernsthaftigkeit mit der hier Musik gemacht wird. Hier ist nichts ironisch gebrochen, die Frauen meinen Lyrics und Musik genau so.

Savages sind in Kürze für vier Termine in Deutschland und der Schweiz:

16.5. Geb9, Cologne
17.5. Lido, Berlin
19.5. Zoom, Frankfurt
20.5. Kinski, Zurich

Glaubt man den teilweise enthusiastischen Kritiken, versprechen Savages-Konzerte gut, zumindest aber eine, dieser Tage interessante, Erfahrung zu werden. Auf ihrer Website fordert die Band nämlich dazu auf, Mobiltelefone gefälligst stumm in der Tasche zu lassen:

DEAR AUDIENCE
OUR GOAL IS TO ALWAYS DISCOVER BETTER WAYS OF LIVING AND EXPERIENCING MUSIC
WE BELIEVE THERE ARE STILL NEW WAYS TO BE FOUND
WE BELIEVE THE USE OF PHONES TO FILM AND TAKE PICTURES DURING A GIG PREVENTS ALL OF US FROM TOTALLY IMMERSING OURSELVES
ONLY WHITH FULL EXPERIENCE WILL THE WORDS WE SPEAK BE TRUE
LET’S MAKE EACH EVENING SPECIAL
SILENCE YOUR PHONES

Savages “Silence Yourself” ist gerade bei Matador erschienen.

Savages Website, Facebook, Twitter

Bonustracks nach dem Klick. Weiterlesen


Zeitgeist 2012

Foto: Hypem.com, illustrated by Justin Wallis

Die schönste und beste aller Jahresbestenlisten kommt, wie eigentlich jedes Jahr, von der Hypemachine. Jenem Musikblog-Aggregator, den man nicht mehr missen möchte, wenn man sich für musikalische Neuentdeckungen interessiert. (Spotify-Nutzer sollten sich die Hypem-App installieren).

Zugegeben: an der Spitze des Zeitgeistes 2012 stehen bekannte Namen. Sogar das singende H&M-Model der aktuellen Saison hat es auf die vorderen Ränge geschafft. Dafür bergen die restlichen 49 am meisten gebloggten Künstler 2012 dann doch so einige Überraschungen.

Zeitgeist 2012


Nur in der FAZ: Netaudio-Kritiken ohne Links (Update: jetzt doch)

Frank Schirrmacher wieder. In seinen Bemühungen, die FAZ heimlich in das Piratenparteiorgan zu verwandeln, langsam aber sicher in der Medienrealität 2012 ankommen zu lassen, konfrontiert er die FAZ-Leserschaft mit einem weiteren, ihnen wohl unbekannten Kulturphänomen. Netzmusik. Qualitativ hochwertige Musik, die – ach du Schreck – oft kostenlos verteilt wird. Und wieder gelingt es Schirrmacher, elegant die aktuell tobende Netzdebatte um die GEMA in die wohl nicht ganz so netzaffine FAZ-Leserschaft zu tragen. Eine wirklich gute Idee!

Kuratiert wird die Auswahl der Musikstücke von Kulturpirat Bruno Gert Kramm, der den Älteren hier vielleicht als Gründer des Danse Macabre Labels und der Band “das Ich” noch ein Begriff ist. Damit dürfte die Qualität, der in seiner 14 tägigen Kolumne vorgestellten Musik, ausser Frage stehen. (Über Geschmack lässt sich hingegen trefflich streiten, ich weiss.)

Die Netzmusik-Kolumne, die heute in ersten Ausgabe erscheint, ist technisch aufwändig umgesetzt. Sogar auf den Einsatz von Flash wird verzichtet. Allerdings, und fast möchte ich in Grossbuchstaben EPIC FAIL twittern: es fehlen die Links zu den Websites der Musikern. Die Links zu den Quellen der “fünf besten, frei erhältlichen Musiktitel aus dem Internet” wie es im Teaser heisst.

Warum bloß?

Auf meine Frage antwortet der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

Ehrlich gesagt, verstehe ich Schirrmachers Antwort nicht.

Ist das Sezten von Link zu externen Inhalten im Jahre 2012 noch immer ein Problem für FAZ.net? Darauf habe ich noch keine Antwort bekommen.

Als Service nun hier die Links, die Euch die FAZ – warum auch immer – vorenthält:

[Update: 1.6.2012, abends]

Inzwischen gibt es Links zu den Websites der Künstler. Genau das ist übrigens auch in den Leserkommentaren vor Ort angemahnt worden. Danke, Matthias für den Hinweis.

Aber wie Roland zu Recht bemängelt, ist der fehlende Hinweis auf die verwendeten Lizenzen.


Lieder über Raketen und Astronauten: Fly me to the Moon

Die Interpretation dieses Songs durch Frank Sinatra ist vielleicht bekannter als diese Bossa-Version von Astrud Gilberto. Da 1964 das Prinzip Musikvideo noch unbekannt war, hat sich jemand die Mühe gemacht, ein passendes Video zu basteln. Aus Sci-Fi Versatzstücken. Ich erkenne Star Trek und Barbarella, klar. Aber der Rest ist mir unbekannt. Ideen jemand?