Superleipzig

Dass Leipzig super ist, erzähle ich seit ein paar Wochen jedem, der es nicht hören will. Wie super Leipzig tatsächlich ist, kann man bei superleipzig.de nachlesen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Leipzig den größten Wolkensimulator der Welt zu bieten hat?

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(Foto: tragflaeche-leipzig.de)

Ausserdem: Die Leipziger haben Style. Besonders entlang der Karl-Liebknecht-Strasse wie mir scheint.

[Heldenstadt]

16. Wave Gotik Treffen in Leipzig

Gotik
(Gotik, Foto: e3000)

Statt in Brüssel bin ich über Pfingsten in Leipzig. Mit geschätzten 20.000 Gotikern. Vorher schon telefonisch gewarnt worden: „Die Stadt ist schwarz!“. 16. Wave Gotik Treffen. Statt Konzerten nur den Mittelalter-Markt in der Moritzbastei mitgenommen. Dabei festgestellt, dass mein Studentenausweis vor 2 Monaten schon abgelaufen ist. (Note to self: Validieren!)

Ausserdem festgestellt, dass ich unleugbar Sympathien für diese Szene hege. Wenn sie nur ein wenig lebensbejahender wäre…

Heute vor dem Pushkin auf der Karli Frank getroffen, der tatsächlich wegen des WGT in der Stadt ist. Schliesslich im Volkshaus gefrühstückt, vor lauter Gotikern kein Platz im Pushkin.

Statt Gotiker-Fotos, Gotiker-Musik:

Thora – Baby Nr. 666 (ganzes Album zum kostenlosen Download)

(Musik via)

Stasi 1.0 – Westkassetten & Verkleidungskoffer Modell Araber

Der Besuch bes Stasi- Museums in der Runden Ecke in Leipzig hat mich nachhaltig beindruckt.

In der ehemaligen Räumen der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit wird vom Bürgerkomitee Leipzig e.V. die Dauerausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ gezeigt.

Es empfiehlt sich, an der knapp einstündigen Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. In den grösstenteils original erhaltenen Räumen wird ein Einblick in die Arbeit der Staatssicherheit gegeben. Der Umfang dieser Arbeit und die schiere Grösse des MfS-Apparates lassen sich dennoch nur erahnen.

Bizarr wirkte auf mich ein grosser Haufen von Audiokassetten, die von Menschen im Westen in die DDR geschickt wurden. Diese wurden von der Staatssicherheit aus Postsendung entnommen, gelöscht und zur Aufzeichnung von Telefongesprächen benutzt.

100% der in die DDR ein- und ausgehenden Post wurde durch die Stasi kontrolliert. Dabei wurden Kopien der Schreiben angestellt und ggf. analysiert. Warensendungen wurden zum grossen Teil direkt konfisziert.

Kaum weniger bizarr: es gab komplette Verkleidungssets mit denen sich Mitarbeiter der Stasi tarnen konnten. Das Modell „Araber“ war zur Industriemesse beliebt. Es bestand im Wesentlichen aus einen anklebbaren Schnurbart und einer dunklen Sonnenbrille.

Ich empfehle die Lektüre des Wikipedia-Artikels zum Ministerium für Staatsicherheit und natürlich den Besuch des Museums in der Runden Ecke in Leipzig. Der Eintritt ist frei – eine Führung kostest drei Euro.

Grillende Leipziger und das Völkerschlachtdenkmal

Leipzig

Wo erholt man sich von drei Tagen re:publica? In Leipzig, na klar.

An diesem Wochenende präsentierte sich Leipzig von seiner schönsten Seite. Die Parks, allen vorran der gigantisch grosse Clara Zetkin-Park glichen einer einzigen Grill-Party, die Betreiber der Cafés auf der Karl Liebknecht-Strasse hatten allerhand zu tun.

Was ich für mich immer noch nicht zusammenkriege: Leipzig hat knapp eine halbe Millionen Einwohner. Aber wo sind die alle? Grillen? Die Stadt erstreckt sich über eine beachtliche Fläche (297,6 Quadratkilometer) und dabei wirkt mancherorts erschreckend leer. Jemand sprach von 50.000 leerstehenden Wohnungen in der Stadt. Und in der Tat: an vielen Häusern hängen Plakate, die grundsanierte 5 Zimmer Wohnungen mit deutlich über 100 Quadratmetern Wohnfläche an den Mann bringen wollen.

Ungewohnt für mich sind auch die weitläufigen Strassenzüge, in denen sich Altbau an Altbau reiht. Wunderschöne Häuser, deren Fassaden in der Frühsommersonne hell leuchten. Die Wege, die man zurücklegt, um zum nächsten Supermarkt oder zum nächsten Kaffee zu kommen, sind beachtlich lang.

Leipzig, Völkerschlachtdenkmal

Als ignoranter Westdeutscher, ist das Völkerschlachtdenkmal neben der Messe das einzige, was ich bilsang mit Leipzig in Verbindung gebracht habe.

Und eben jenes Völkerschlachtdenkmal, angebliches Wahrzeichen der Stadt, ist mir tatsächlich am unangenehmsten aufgefallen. Das Ding ist beängstigend gross und marzialisch hässlich. Vielleicht empfinde ich das aber auch nur so, weil ich mit Schlachtendenkmälern irgendwie auf Kriegsfuss, seitdem ich als Kind das 3D-Waterloo-Schlachtpanorama gesehen habe.

Napoleons Blutspur durch die Geschichte Europas ist wahrlich furchteinflössend.

Achtundvierzig Stunden Leipzig

Leipzig Südvorstadt
(Karl Liebknecht Strasse Foto: phogel)

Am Wochenende also Leipzig. Von hier nach dort sechs Stunden. Gerne auch mehr. Je nach Autobahnstau oder Zugverspätung. Laut Wikipedia etwas über eine halbe Millionen Einwohner. Wirkt viel grösser. Der Bahnhof muss der wahrgewordene Traum Mehdorns sein: Shopping-Center mit Gleisanschluss. Südvorstadt. Tagebau Architekten + Designer. Sanftwut. Feuerwerk. Danke für die Einladung. Karl-Liebknkecht-Strasse. Karli. Sonnenkaffee vor dem Pushkin. Kaffee ist ein bisschen günstiger im Osten der Republik als im äussersten Westen. Die Flyer erzählen von einer lebendigen Clubszene. Immer noch viel Drum ’n‘ Bass. Oder wieder? Demnächst spielen Whitest Boy Alive. Direktzug Leipzig Saarbrücken, von Dresden kommend. Soldaten mit Notebooks. Warum sind eigentlich alle im Saarland stationierten Wehrpflichtigen Sachsen?