Karl Bartos – Off The Record

Credit: Katja Ruge
Credit: Katja Ruge

WTF? möchte man bei den ersten Tönen des neuen Albums von Karl Bartos rufen. Jetzt übertreibt er es aber! Auf dem Cover eine enhanced Version seines Konterfeis als Kraftwerk-Roboter und schon die ersten Töne des Openers „Atomium“ klingen eher von Kraftwerk abgekupfert als inspiriert.

Aber!

Tatsächlich ist Bartos, bis zu seinem Rauswurf seinem Ausscheiden für das Songwriting der Band mitverantwortlich und – auch und gerade bei Kraftwerk nicht zu unterschätzen – für ihren Rhythmus und den Groove zuständig, ein bemerkenswertes Album gelungen.

Die internationalen Kritiker sind sich einig: Bartos hat das beste Kraftwerk-Album seit fast 30 Jahren herausgebracht. Während von der Orginalbesetzung nur noch Ralf Hütter dabei ist (was macht Florian Schneider eigentlich heute so?) und das Gesamtkunstwerk Kraftwerk mit Hilfe angeheuerter Tonarbeiter mehr verwaltet als pflegt, kommt Bartos mit einem Album um’s Eck, dass zwar nicht aktuell klingt, aber so, wie sich die Entwicklung von Kraftwerk in den letzten 30 Jahren hätte anhören können. Dass Kraftwerk sich zwischenzeitlich einem Eigenblutdoping aus Detroit unterzogen hat: geschenkt.

Bartos, dessen Nicht-Verhältnis zu Kraftwerk legendär ist, hält auch eine schöne Geschichte um dieses Album bereit. Nicht weniger als die Umsetzung eines geheimen, musikalischen Tagebuchs aus Kraftwerk-Zeiten sei das Album. Ich glaube ja eher, dass der Promoter seines Labels letztens irgendwas über Storytelling in der PR gelesen hat.

Wie dem auch sei. Das Album kommt stellenweise enorm druckvoll daher. Bartos zeigt, dass er immer noch weiss, wie man Maschinenrythmen programmiert, verzichtet hier und da auf Sprachsynthesen und liefert durchaus schönen, auf diese Bartos’sche Art naiven, Electropop ab.

Kann man machen.


Direkt-Atomium

Kraftwerk live in Coachella 2008 – aber ohne Florian Schneider


direktWerk

Kraftwerk haben in der letzten Woche ein paar wenige US-Termine absolviert. Oder besser gesagt, das was von Kraftwerk aktuell übrig geblieben ist. Das Line-Up der Band im Jahre 2008 liest sich so: Ralf Hutter, Henning Schmitz, Fritz Hilpert und Stefan Pfaffe. Warum Florian Schneider nicht mit dabei war, scheint unklar.

Dennoch zeigen die vielen Fanvideos, die in Coachella entstanden, dass auch dieses Line-Up den typischen Kraftwerk-Sound produzieren kann. Dabei begnügt man sich nicht mit Reproduktion, viele der Tracks klingen zum Teil deutlich anders als während der letzten grossen Welttour.

Audio Objekt: Vår Nya Värld

Nanu, da Produzieren die lustigen Schweden von Audio Objekt eine wirklich hübsche Adaption von Kraftwerks Computer World und kaum einer hat’s bislang bemerkt. Keine 6000 Abrufe bei Youtube, lächerliche 20 Hits bei Dailymotion.

Das muss sich ändern!

Ich werde die Mistkerle verklagen!
(RH, Düsseldorf)

Wollen wir hoffen, dass das Zitat auf ihrer Website auch weiterhin ein referenzieller Witz bleibt. Bleibt es doch, oder Ralf?

Messer Chups: The Model (live)


Direktmesser

Die Messer Chups, die Nachfolgeband von Messer für Frau Müller, klingen ja schon wie direkt aus einem Quentin Tarentino Film herabgestiegen. Grandiose Zitateschlacht aus St. Petersburg, Russland. Hier spielen sie Kraftwerks „Das Model“.