Helge Schneider repariert das Hubble-Teleskop: Schraube verloren, Werkzeug vergessen

„Helge Schneider improvisiert aus Anlass der Reparatur des Hubble-Teleskops“ Das gehört sicherlich zu den bizarrsten Dingen, die jemals in deutscher Sprache zum Thema Weltraum für das Fernsehen produziert wurden. Helge Schneider, als namenloser US-Astronaut (oder auch als er selbst) verliert bei der Reparatur des Hubble-Weltraumteleskops einige Schrauben, die fortan als „kleine Monde unseren schönen Planeten umkreisen“. In einem atemlosen Interview berichtet Schneider über seine Mission, philosophiert über Weltraumschrott und spielt – natürlich – uns noch ein kleines Musikstück.

Unfassbar. Wie so vieles von dctp.tv.

Lupenreiner Beschiss: Ausschnitt aus „ZDF heute show“ viral super erfolgreich – in Russland

Die Welt ist klein. Und sie wird immer kleiner. (Und dafür 2 Euro ins Phrasenschwein bitte) Trotzdem: Gestern Abend schickte mir mein Schwager aus Odessa via Facebook dieses Youtube-Video mit dem Hinweis, ich müsse mir das dringend ansehen. Zufällig hatte ich die Ausgabe der ZDF heute show, der dieser Ausschnitt entstammt, sogar gesehen.

„Ich kenne Moskauer Friedhöfe, da haben sogar 100% der Leichen für Putin gestimmt!“

Dabei handelt es sich um eine „Schalte“ zwischen Show-Gastgeber Oliver Welke und „Moskau-Korrespondent“ Christian Ehring. Im Gespräch werden die russischen Parlamentswahlen und die vermuteten Wahlfälschungen diskutiert. Also durch den Kakao gezogen. Und zwar drastisch.

Das scheint man in Russland zu schätzen. Jemand hat sich die Mühe gemacht, den Ausschnitt auf Russisch zu untertiteln.

1,4 Millionen Views in 2 Tagen

Das Video hat innerhalb von nur 2 Tagen fast 1,4 Millionen Zuschauer gefunden und wird offensichtlich in den sozialen Netzwerken weitergereicht, denn anders sind gerade mal 8 Kommentare unter einem Clip mit so vielen Zugriffen ja kaum zu erklären. Auch dürfte die große Mehrheit der Zuschauer nicht ahnen, wer das Video zu Youtube hochgeladen hat.

Eingestellt hat das Video ein Benutzer, der sich selbst TheSovietStory666 nennt und wohl zu militanten Putin-Gegnern gezählt werden muss, schaut man sich die Gestaltung des Youtube-Profils an. Die dort verlinkte Website ist – soweit ich das verstehe – ein pro-georgisches, anti-russisches Nachrichten- und Diskussionforum. Das ZDF-Video ist das mit Abstand erfolgreichste seiner Anti-Putin Videos und allein für deutlich mehr als 50% aller seiner Videoabrufe verantwortlich.

Letztlich ist es egal, wer das Video übersetzt und eingestellt hat. Es nimmt seinen Weg durch die russisch sprachige Online-Welt. Und das verdammt schnell.

Herzlichen Glückwunsch, „ZDF heute show“-Redaktion

Wichtige Starttermine von US-Serien

Da ich gerade recherchiere, wann die meine US-Lieblingsserien wieder starten, kann ich das Ergebnis der Recherche ja auch gleich hierhin schreiben:

How I met your mother, Season 5: 21. September 2009
Dexter, Season 4 : 27. September 2009
Californication, Season 3: 27. September 2009
30 Rock, Season 4 : 15. Oktober 2009
United states of Tara, Season 2 : Anfang 2010

Nicht amerikanisch sondern britisch:

Ashes to Ashes, Season 3 : 2010
The IT Crowd, Season 3 : 2010, Weihnachtsspecial 2009

Alle Informationen aus der Wikipedia.

Flugzeugabsturz in New York: 40 Minuten oder warum Twitter an Relevanz gewinnt

Plane Crash Hudson River
Foto: grego!

Bemerkenswert: Während sich die Teilnehmer an der Twittersphere bereits Fotos vom Flugzeugabsturz in den Hudson River vor New York weiterreichen, einer der Retter sogar von der Unglücksstelle twittert, vermeldet die ARD in den altehrwürdigen Tagesthemen den Absturz zwar an erster Stelle, stellt sich dabei aber überaus ungeschickt an.

Zu Bildern, die vermutlich zu diesem Zeitpunkt live waren, kommentiert der aus New York dazugeschaltete Korrespondent Thomas Roth. Er beschreibt, was er sieht und behauptet allen Ernstes, das Flugzeug sei noch nicht geöffnet worden, sonst wäre es ja bereits tiefer gesunken, ob Menschen bereits gerettet wurden, könne er nicht sagen.

Als Roth das sagte, wusste ich schon mehr. Durch Twitter. Dort nämlich wurden Links zu Fotos auf Twitpic und Flickr und Live-Streams amerikanischer TV-Stationen weiterverbreitet. Die ersten Fotos waren 40 Minuten alt, als die Tagesthemen anfingen. 40 Minuten. Das ist heutzutage eine kleine Ewigkeit.

Es zeigt sich also wieder einmal, dass Twitter das aktuell wohl schnellste Medium zur Verbreitung von Nachrichten ist. Was nicht heißen soll, dass wir nun Fernsehnachrichten endgültig nicht mehr brauchen. Denn ich glaube nicht, dass ich auf vernünftig recherchierte Hintergründe und meinungsstarke Kommentatoren verzichten will. Diese werden sich niemals in 140 Zeichen pressen lassen.

Kaffee oder Tee?

Kommunikation nimmt manchmal die verschlungendsten Pfade. Vor ein paar Wochen erreichte mich eine Mail von Vanessa Diemand vom ZKM, ob ich nicht Blogger aus dem Südwesten kennen würde. Der SWR habe für eine TV-Sendung bei ihr angefragt. Also nannte ich Vanessa den Namen eines Bloggers aus Karlsruhe, den ich flüchtig kannte.

Dann, vor zwei Wochen rief mich der SWR direkt an. Ich sei doch Blogger, ich wohne doch im Saarland. Das Saarland sei ja gewissermassen auch Sendegebiet des SWR (was die Kollegen auf dem Saarbrücker Halberg wohl deutlich anders sehen würden) und ob ich nicht Lust, Zeit und Interesse hätte, in der Sendung Kaffee oder Tee über Blogs als – Achtung! – neue Form der Tagebücher im Internet zu parlieren.

Im weitern Verlauf stellte sich heraus, dass es sich um genau die Sendung handelt, für die der SWR bei Vanessa Diemand angefragt hatte. Da nun besagter Blogger aus dem Südwesten – nach Angaben des SWR nicht auf die Anfrage reagiert hatte – wollte die Redaktion dann unbedingt mich als Gast haben.

Sehr gerne! Also werde ich heute nachmittag in der Live-Sendung „Kaffee oder Tee“ im SWR sein und hoffentlich nicht allzuviel dummes Zeug reden. In der zweiten Sendestunde, irgendwann zwischen 17:00 und 18:00

Das dritte Programm des SWR empfängt man im Südwesten der Republik oder bundesweit per Kabel oder Satellit oder auch – ganz neumodisch – über IP mit Zattoo.

90 Minuten für 9 Sekunden

Immer wieder bin ich fasziniert davon, mit welchem Aufwand das Fernsehmachen verbunden ist. Heute hatten wir den Saarländischen Rundfunk im Haus. Im Rahmen der Berichterstattung über den Weltkongress der Phonetik ICPhS 2007 wollte der SR noch ein paar TV-taugliche Bilder von sprachverstehenden und sprachausgebenden Systemen für die Nachrichtensendung des dritten Programmes drehen.

Angekündigt hat sich die Reporterin schon am letzten Donnerstag. Heute morgen haben zwei DFKI-Forscher etwa eine Stunde gebraucht, die Demonstratoren aufzubauen. Das SR-Team kam in der üblichen öffentlich rechtlichen Stärke. Reporterin, Kameramann und Tonmann. Dieses Team war um eine Praktikantin verstärkt, die auch mal die Kamera tragen durfte.

Gedreht haben sie, kurze Erklärung der Exponate und ein bisschen Hintergrundgespräch mal mit eingerechnet, ungefähr 90 Minuten. Davon gesendet wurden nicht mehr als 9 max 10 Sekunden, ganz am Ende des übrigens sehr gelungenen Berichtes.

Machte man jetzt die Rechnung auf, was die Poduktion des insgesamt vielleicht 2:30 Minuten langen Berichtes gekostet hat – korreliert mit der Reichweite des Aktuellen Berichtes des Saarländischen Rundfunks, dürfte eine schwindelerregend hohe Summe für eine Zuschauerminute zusammenkommen.

Allerdings: Der Aufwand zahlt sich durchaus aus. Berichte von ARD und ZDF (3Sat und Phoenix sowieso) zeichnen sich meist durch hohe Qualität aus, was Text, Bild, Ton und Schnitt betrifft. Ich habe schon Drehs von Privatsendern erlebt, die nur Zweimann-Teams rausschicken. Und das sieht man am Ende auch.