Schlagwort-Archiv: esa

Video: Erde in 4k-Auflösung

Alexander Gerst, ESA-Astronaut mit dem gegenwärtig coolsten Arbeitsplatz, den man sich so vorstellen kann, schickt bekanntermassen hunderte atemberaubender Fotos zurück zur Erde.

Nun haben sich ESA-Kollegen daran gemacht aus einer Serie von Einzelaufnahmen ein Zeitraffer-Video zu erstellen. Da die Fotos in hoher Auflösung vorliegen, ist das Video auch, nun ja, hochauflösend. Nämlich 3840 x 2160 Pixel, also Ultra HD oder eben 4K.

Auch wenn Ihr gerade kein 4K-fähiges Display vor Augen habt, lohnt es sich, den Youtube-Player auf eine adäquat hohe Auflösung und den Vollbildmodus einzustellen.

Alexander hat pro Sekunde jeweils ein Foto aufgenommen. Das Video läuft mit 25 Bildern pro Sekunde. Damit wirkt der Flug der Raumstation über die Erde also 25 Mal schneller, als er tatsächlich ist.

Für mich eines der bislang spektakulärsten Videos der laufenden Mission.


Go Luca! ESA-Astronaut Luca Parmitano auf dem Weg ins All

ESA-Astronaut Luca Parmitano
ESA-Astronaut Luca Parmitano

Wenn am 28. Mai um 22:31 Uhr vom Weltraumbahnhof Baikonur die nächste Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS startet, ist er mit dabei: Luca Parmitano. Luca ist der erste aus der Gruppe der sechs neuen Astronauten, die 2009 von der ESA ausgewählt wurden, der ins All fliegen wird.

Nach Luca stehen schon Samantha, Alexander und Tim in den Startlöchern. Sie werden 2014 bzw. 2015 auch für Langzeitmissionen zur ISS starten.

Luca hat neben seiner Grundausbildung am Europäischen Astronautenzentrum in Köln sich auch zwei Jahre auf die nun vor ihm liegende Mission in Russland und den USA vorbereitet.

Lucas Mission heisst Volare. Was für einen italienischen ESA-Astronauten gar nicht soweit her geholt ist.

Weiterlesen


It’s the nanotubes, stupid!

Frank Schätzing hat ihm mit Limit einen ganzen Roman gewidmet. Dem Weltraumaufzug. Dabei ist die Idee deutlich älter und wenn sie umgesetzt würde, wäre das nicht weniger der Beginn einer neuen Zeit.

Markus Landgraf, geschätzter Kollege und Raktenwissenschaftler am ESOC in Darmstadt hat beim TEDx RheinMain vor ein paar Wochen darüber gesprochen, wie das funktionieren könnte, das mit dem Weltraumaufzug.

Bis Rakten überflüssig werden, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Es fehlt das geeignete Material, um ein Seil zu bauen, dass über die nötigen Eigenschaften verfügt.

Die gute Nachricht ist, dass man dem Material auf der Spur ist. In chinesischen (!) Labors entstehen die ersten Nanotubes, die entsprechende Merkmale aufweisen.

Wer weiss, vielleicht werden eines Tages aus Raktenwissenschaftlern Nanoröhrenwissenschaftler. Oder so.


Der erfolgreichste Astronauten-Twitter-Account aller Zeiten wird von seinem Sohn betreut – von Darmstadt aus

Seit 2009 schon können die Astronauten an Bord der internationalen Raumstation live twittern. Auch die ESA-Astronauten Paolo Nespoli und André Kuipers schickten Tweets und vor allem atemberaubende Fotos der Erde aus dem Orbit. André Kuipers hatte sich gegen Ende seiner Mission eine treue Fangemeinde von 270.000 Followern zusammengezwitschert.

Noch mal eine Schippe drauf legt jetzt der Kanadier Chris Hadfield, auch als Commander Hadfield bekannt. Auf der Raumstation als Kommandant und Wissenschaftler tätigt, ist er im Netz ein echter Star. Nach drei von sechs Monaten Dienst auf der Station hat er schon die halbe Million-Marke geknackt.

Aus gutem Grund. Seine Tweets sind witzig, seine Fotos großartig und seine Dialoge legendär:

Dass ein Astronaut an Bord der Station der Flut an Tweets, die auf ihn einprasseln, alleine nicht Herr werden kann, versteht sich von selbst. Schließlich sind die Jungs und Mädchen im All um zu arbeiten und nicht nur um zu singen und zu tiwttern.

Und so hat auch Chris Hadfield Hilfe am Boden. Erstaunlicherweise ist es sein Sohn Evan, der für ihn den Social Media-Manager macht. In einem Interview mit dem kanadischen Sender Global National spricht er darüber, wie er seinem Vater zur Hand geht:

Richtig lustig wird die Geschichte, wenn man sich klar macht, dass Evan Hadfield den ganzen Social Media-Buzz um die Mission seines Vaters per Notebook aus Deutschland steuert. Ausgerechnet aus dem angeblich verschlafenen Darmstadt.

Und ganz ehrlich: Als die Anfrage um einen Kommentar der ESA dazu, bei mir aufschlug, musste ich erst einmal beim kanadischen Journalisten nachfragen, ob ich mich nicht vielleicht verhört hätte.

Leider kommt mein Kollege Daniel Scuka in dem Video viel zu kurz nur zu Wort. Daniel, ein Landsmann und Fan des Commanders, kümmert sich bei der ESA in Darmstadt u.a. auch um Social Media Kanäle wie @ESAoperations und diverse Blogs.

Raumfahrt ist ein Familienbetrieb und die Welt ein Dorf.


Die SciFi-Doku “Perry Rhodan – Unser Mann im All” in der Arte Mediathek

Perry Rhodan, die erfolgreichste Science-Fiction Serie der Welt. Oder die am längsten laufende. Auf jeden Fall die deutscheste. Perry Rhodan ist so deutsch wie Currywurst und Lindenstraße.

Ich muss zugeben, dass ich immer noch nicht so recht den Weg in das Perry Rhodan Universum gefunden habe (Sorry, Klaus). Aber viele andere Menschen, die aktiv in der Raumfahrt arbeiten, sind bekennende Rhodan-Fans. Vom niederländischen ESA-Astronauten André Kuipers weiss man zum Beispiel, dass er als Kind Perry Rhodan gelesen hat. Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.

Daher haben wir (also die Pressestelle der ESA in Deutschland) damals auch die Dreharbeiten für die Dokumentation von André Schäfer gerne unterstützt. Mein geschätzter Kollege Markus Landgraf, ESA-Misson Analyst, kommt zu Wort und der Hauptkontrollraum des Europäischen Satellitenkonrollzentrum ESOC wird schön in Szene gesetzt. Inzwischen sieht der Raum etwas anders aus – die klassischen Konsolen wurden durch modernere Arbeitsplätzte ersetzt.

Perry Rhodan-Fan oder nicht. In jedem Fall ist diese Dokumentation sehenswert, weil es einem Phänomen deutscher Populärliteratur auf den Grund geht. Eine Reise durch 52 Jahre Mikrokosmos Perry Rhodan – mit zum Teil ganz erstaunlichen Zeitzeugen und grandiosen Bildern und Gesprächen. Selbst Literaturgroßkritiker Dennis Scheck zeigt sich als Freund der Serie.

Beste Unterhaltung für einen verschneiten Sonntag wie heute.

Update: Gregor Sedlag hat schon damals, als der Film 2011 herauskam, eine sehr umfangreiche wie kenntnisreiche, überaus lesenswerte Kritik geschrieben. Gregor ist u.a. auch als Risszeichner für Perry Rhodan tätig.

Update II: Der in der Doku angerissene Beitrag aus dem Monitor-Magazin von 1969 in ganzer Länge. “Perry Rhodan ist Hitler.” Bizarr, aber sehenswert: