Sehschwäche Augenmass

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(Foto: Spreeblick.com)

Aber es wird in Zukunft die Wahrscheinlichkeit höher, vor einem Richter zu sitzen, der Augenmaß für eine Sehschwäche und Milde für eine Zigarettensorte hält.

Wahrscheinlich einer der besten Texte, den ich der deutschen Blogosphäre jemals las.

Que de la Propagande pour Sarko?

Sarkozy
(Sarkozy wird mit dem gebührenden Respekt empfangen. Foto: Andreas Milles)

Quelle réception chaleureuse du ministre aux web3 – ou comment tuer sa propre réputation lors d’une seule conférence. N’est-ce pas, Loic?

Des bons aperçus de la perspective allemande sur ce coup médiatique se trouve chez netzpolitik.org et Nicole Simon. Ou, d’un point de vue plus international, ici.

Welch herzlicher Empfang für den Minister – oder wie man seinen Ruf mit einer einzigen Konferenz ruiniert.

Jetzt bin ich doch ganz froh, nicht zur von Frankreichs Überblogger und Europachef von SixApart, Loic Lemeur organisierten Grosskonferenz gefahren zu sein. Wenn ich das alles richtig verstehe, ist folgendes passiert:

Das bereits bekannte Konferenzprogramm wurde spontan gekippt, da als Überraschungsgast (plötzlich) Shimon Peres zur Verfügung stand. Dieser Auftritt gebe der Konferenz „eine neue Dimension“ so Lemeur. Daher lud er spontan die drei aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten ein, ebenfalls am nächsten Tag auch auf der Konferenz zu sprechen.

Die Gelegenheit beim Schopf ergriffen (oder war es von langer Hand geplant und die Mail an Ségolène Royale nur noch Formsache) hat Nicolas Sarkozy. Seines Zeichens Innenminister, Möchtegern-Präsidentschaftskandidat der Rechten und Spezialist für das Reinigen von Vorstädten. Ausserdem gesichtet wurde François Bayrou, der andere, allerdings chancenlose, Kandidat der bürgerlichen Rechten. Ségolène Royal hingegen, wurde nicht gesehen.

Um den Kandidaten ein angemessenes Forum zu bieten, wurden offensichlich Refebeiträge eingeladener Referenten stark gekürzt, Panels zusammengelegt.

Nicht nur Dieter „Knallgrau“ Rappold ist richtig sauer. Auch Nicole Simon fühlt sich als lebendige Kulisse missbraucht.

Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie jemand seine Glaubwürdigkeit und guten Ruf, die er als europäischer Web 2.0-Apostel ausserhalb Frankreichs hat, aufs Spiel setzt, um einem Kumpel einen Gefallen zu tun.

[via]

StudiVZ: Ruft da jemand schon Boo?

Wenn das alles so stimmt und ich habe wenig Zweifel daran, dann braucht man sich bei StudiVZ keine Gedanken mehr um die Gestaltung einer Weihnachtskarte mehr zu machen.

Kommt jetzt ein gestandener, von Holtzbrinck gesandter Manager, der den Saustall ausmistet die jungen, so unerfahrenen Gründer väterlich unterstützt, versucht zu retten, was zu retten ist?

Was sagen eigentlich die potentiellen Interessanten an der eine Millionen Profile? Kann Facebook (so sie überhaupt jemals tatsächlich interessiert waren) den Laden jetzt noch übernehmen? Einen Web2.0-Sweatshop, dessen Marke in Zukunft wahlweise mit Nazis, Sexisten oder Datenschluderen assoziert werden wird? Und warum sollte Xing sich das Ding ans Bein binden? Netter Ablenkungsversuch!

Vielleicht lacht man sich bei Facebook auch längst ins Fäustchen. Wenn der Sturm vorrüber ist (über Weihnachten und den Jahreswechsel den Buzz am Leben zu erhalten, dürfte schwierig werden, auch für den Don), wird man die Gründer mit einem goldenen Handschlag verabschieden und den Laden samt zweifelhafter Code- und Userbase kaufen. Für sehr viel weniger, als die gemunkelten 100 Millionen Dollar.

Ach Mist, Johnny war schon wieder schneller. Und besser sowieso.