Karl Bartos – Off The Record

Credit: Katja Ruge
Credit: Katja Ruge

WTF? möchte man bei den ersten Tönen des neuen Albums von Karl Bartos rufen. Jetzt übertreibt er es aber! Auf dem Cover eine enhanced Version seines Konterfeis als Kraftwerk-Roboter und schon die ersten Töne des Openers „Atomium“ klingen eher von Kraftwerk abgekupfert als inspiriert.

Aber!

Tatsächlich ist Bartos, bis zu seinem Rauswurf seinem Ausscheiden für das Songwriting der Band mitverantwortlich und – auch und gerade bei Kraftwerk nicht zu unterschätzen – für ihren Rhythmus und den Groove zuständig, ein bemerkenswertes Album gelungen.

Die internationalen Kritiker sind sich einig: Bartos hat das beste Kraftwerk-Album seit fast 30 Jahren herausgebracht. Während von der Orginalbesetzung nur noch Ralf Hütter dabei ist (was macht Florian Schneider eigentlich heute so?) und das Gesamtkunstwerk Kraftwerk mit Hilfe angeheuerter Tonarbeiter mehr verwaltet als pflegt, kommt Bartos mit einem Album um’s Eck, dass zwar nicht aktuell klingt, aber so, wie sich die Entwicklung von Kraftwerk in den letzten 30 Jahren hätte anhören können. Dass Kraftwerk sich zwischenzeitlich einem Eigenblutdoping aus Detroit unterzogen hat: geschenkt.

Bartos, dessen Nicht-Verhältnis zu Kraftwerk legendär ist, hält auch eine schöne Geschichte um dieses Album bereit. Nicht weniger als die Umsetzung eines geheimen, musikalischen Tagebuchs aus Kraftwerk-Zeiten sei das Album. Ich glaube ja eher, dass der Promoter seines Labels letztens irgendwas über Storytelling in der PR gelesen hat.

Wie dem auch sei. Das Album kommt stellenweise enorm druckvoll daher. Bartos zeigt, dass er immer noch weiss, wie man Maschinenrythmen programmiert, verzichtet hier und da auf Sprachsynthesen und liefert durchaus schönen, auf diese Bartos’sche Art naiven, Electropop ab.

Kann man machen.


Direkt-Atomium

Shirley Bassey singt über Astronauten

1979 besuchte Dame Shirley Bassey, Goldfinger, ihr wisst schon, das Kennedy Space Center der NASA. Dort traf sie auch Moonwalker Pete Conrad, der sich ganz charmant mit der Britin unterhält. Und natürlich darf die Fragen aller Fragen an einen Astronauten nicht fehlen. Eingerahmt wird das Geplauder von Bassey’s Interpretationen von „Small World“, bei dem sie im Astronautenanzug in einem Modell der Apollo-Raumfähre rumturnt und dem Song „Stargazer“. Während beider Songs sind ganz eindrucksvolle Bilder der Apollo-Mondlandemissionen zu sehen, die in der Kombination mit dem Shirley Bassey-typischen Sound eine ganz besondere Wirkung erzeugen.

Via Carl auf Facebook.

The XX – Last Christmas

XX
Foto: JustJasmine (Flickr)

So unvermeidlich wie Omas Spritzgebäck. Last Christmas. Wie eigentlich jedes Jahr muss ich in diesem Jahr auf den Song zu sprechen kommen.

Dieses Mal schenken uns the XX eine Coverversion der Überweihnachtsschnulze, die es in sich hat. Unerkennbar der the XX-Sound, entschleunigt und sphärisch.

Ich mag sowas.

via Miss Caro auf Facebook.

4AD Sampler 2012

4AD, spätestens seit den frühen Neunzigern eines meiner Lieblingslabels überhaupt, verschenkt auch zum Ende diesen Jahres wieder einen Sampler. In der Sammlung, klar, die Höhepunkte 2012 aus Sicht des britischen Labels.

Schon der erste Track ist ein Knaller: „Genesis“ von Grimes lief bei mir in diesem Jahr in schwerer Rotation und das dazugehörige Album Visions ist für mich eines der Alben des Jahres.

via Nicorola via itstoolong