Kategorie-Archiv: Musique Non Stop

Savages – I Am Here (Silence Yourself, 2013)

Savages

Wer mein gelegentliches Musikgeblogge in den letzten Jahren verfolgt hat, weiss, dass mir kein Hype zu groß ist, um nicht an ihn zu glauben.

Aktueller Liebling des (britischen) Musikfeuilletons sind Savages, die mit “Silence Yourself” gerade ihr Debut-Album ihre Debüt-Veröffentlichung an den Start gebracht haben.

Savages holen ein fast vergessenes Genre aus dem Musikarchiv der späten 70er, frühen 80er hervor und verpassen ihm eine radiale Frischzellenkur. Arte nennt das Post-Post-Punk und liegt damit nicht ganz falsch. Energiegeladen treibt der Bass, überraschend hohe Gittarrenwände bauen sich auf und davor die Stimme von Sängerin Jehnny Beth. Trotz der Wucht, mit der die Britinnen zu Werke gehen, wirken die Stücke auf “Silence Yourself” erfrischend reduziert, minimal fast, auf das Wesentliche reduziert. Und noch etwas ist auffällig: Die Ernsthaftigkeit mit der hier Musik gemacht wird. Hier ist nichts ironisch gebrochen, die Frauen meinen Lyrics und Musik genau so.

Savages sind in Kürze für vier Termine in Deutschland und der Schweiz:

16.5. Geb9, Cologne
17.5. Lido, Berlin
19.5. Zoom, Frankfurt
20.5. Kinski, Zurich

Glaubt man den teilweise enthusiastischen Kritiken, versprechen Savages-Konzerte gut, zumindest aber eine, dieser Tage interessante, Erfahrung zu werden. Auf ihrer Website fordert die Band nämlich dazu auf, Mobiltelefone gefälligst stumm in der Tasche zu lassen:

DEAR AUDIENCE
OUR GOAL IS TO ALWAYS DISCOVER BETTER WAYS OF LIVING AND EXPERIENCING MUSIC
WE BELIEVE THERE ARE STILL NEW WAYS TO BE FOUND
WE BELIEVE THE USE OF PHONES TO FILM AND TAKE PICTURES DURING A GIG PREVENTS ALL OF US FROM TOTALLY IMMERSING OURSELVES
ONLY WHITH FULL EXPERIENCE WILL THE WORDS WE SPEAK BE TRUE
LET’S MAKE EACH EVENING SPECIAL
SILENCE YOUR PHONES

Savages “Silence Yourself” ist gerade bei Matador erschienen.

Savages Website, Facebook, Twitter

Bonustracks nach dem Klick. Weiterlesen


Karl Bartos – Off The Record

Credit: Katja Ruge

Credit: Katja Ruge

WTF? möchte man bei den ersten Tönen des neuen Albums von Karl Bartos rufen. Jetzt übertreibt er es aber! Auf dem Cover eine enhanced Version seines Konterfeis als Kraftwerk-Roboter und schon die ersten Töne des Openers “Atomium” klingen eher von Kraftwerk abgekupfert als inspiriert.

Aber!

Tatsächlich ist Bartos, bis zu seinem Rauswurf seinem Ausscheiden für das Songwriting der Band mitverantwortlich und – auch und gerade bei Kraftwerk nicht zu unterschätzen – für ihren Rhythmus und den Groove zuständig, ein bemerkenswertes Album gelungen.

Die internationalen Kritiker sind sich einig: Bartos hat das beste Kraftwerk-Album seit fast 30 Jahren herausgebracht. Während von der Orginalbesetzung nur noch Ralf Hütter dabei ist (was macht Florian Schneider eigentlich heute so?) und das Gesamtkunstwerk Kraftwerk mit Hilfe angeheuerter Tonarbeiter mehr verwaltet als pflegt, kommt Bartos mit einem Album um’s Eck, dass zwar nicht aktuell klingt, aber so, wie sich die Entwicklung von Kraftwerk in den letzten 30 Jahren hätte anhören können. Dass Kraftwerk sich zwischenzeitlich einem Eigenblutdoping aus Detroit unterzogen hat: geschenkt.

Bartos, dessen Nicht-Verhältnis zu Kraftwerk legendär ist, hält auch eine schöne Geschichte um dieses Album bereit. Nicht weniger als die Umsetzung eines geheimen, musikalischen Tagebuchs aus Kraftwerk-Zeiten sei das Album. Ich glaube ja eher, dass der Promoter seines Labels letztens irgendwas über Storytelling in der PR gelesen hat.

Wie dem auch sei. Das Album kommt stellenweise enorm druckvoll daher. Bartos zeigt, dass er immer noch weiss, wie man Maschinenrythmen programmiert, verzichtet hier und da auf Sprachsynthesen und liefert durchaus schönen, auf diese Bartos’sche Art naiven, Electropop ab.

Kann man machen.


Direkt-Atomium


Shirley Bassey singt über Astronauten

1979 besuchte Dame Shirley Bassey, Goldfinger, ihr wisst schon, das Kennedy Space Center der NASA. Dort traf sie auch Moonwalker Pete Conrad, der sich ganz charmant mit der Britin unterhält. Und natürlich darf die Fragen aller Fragen an einen Astronauten nicht fehlen. Eingerahmt wird das Geplauder von Bassey’s Interpretationen von “Small World”, bei dem sie im Astronautenanzug in einem Modell der Apollo-Raumfähre rumturnt und dem Song “Stargazer”. Während beider Songs sind ganz eindrucksvolle Bilder der Apollo-Mondlandemissionen zu sehen, die in der Kombination mit dem Shirley Bassey-typischen Sound eine ganz besondere Wirkung erzeugen.

Via Carl auf Facebook.


The XX – Last Christmas

XX
Foto: JustJasmine (Flickr)

So unvermeidlich wie Omas Spritzgebäck. Last Christmas. Wie eigentlich jedes Jahr muss ich in diesem Jahr auf den Song zu sprechen kommen.

Dieses Mal schenken uns the XX eine Coverversion der Überweihnachtsschnulze, die es in sich hat. Unerkennbar der the XX-Sound, entschleunigt und sphärisch.

Ich mag sowas.

via Miss Caro auf Facebook.


4AD Sampler 2012

4AD, spätestens seit den frühen Neunzigern eines meiner Lieblingslabels überhaupt, verschenkt auch zum Ende diesen Jahres wieder einen Sampler. In der Sammlung, klar, die Höhepunkte 2012 aus Sicht des britischen Labels.

Schon der erste Track ist ein Knaller: “Genesis” von Grimes lief bei mir in diesem Jahr in schwerer Rotation und das dazugehörige Album Visions ist für mich eines der Alben des Jahres.

via Nicorola via itstoolong


Lieder über Raketen und Astronauten: Vega feat. Raf Camora & MoTrip – Von einem anderen Stern

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung von Hiphop. Aber dieses Blog hat ja immer noch das Motto Astronauten, Pop, etc. Also bitte schön:

Vega feat. Raf Camora & MoTrip – Von einem anderen Stern

Vega ist (danke Wikipedia!) übrigens eine echte Größe im Frankfurter Rapgeschäft.


Zeitgeist 2012

Foto: Hypem.com, illustrated by Justin Wallis

Die schönste und beste aller Jahresbestenlisten kommt, wie eigentlich jedes Jahr, von der Hypemachine. Jenem Musikblog-Aggregator, den man nicht mehr missen möchte, wenn man sich für musikalische Neuentdeckungen interessiert. (Spotify-Nutzer sollten sich die Hypem-App installieren).

Zugegeben: an der Spitze des Zeitgeistes 2012 stehen bekannte Namen. Sogar das singende H&M-Model der aktuellen Saison hat es auf die vorderen Ränge geschafft. Dafür bergen die restlichen 49 am meisten gebloggten Künstler 2012 dann doch so einige Überraschungen.

Zeitgeist 2012


Verlosung: 1 Mal 2 Karten für Plan B live – am Montag in Frankfurt am Main!

Plan B - Berlin

Als ich Johnny Haeusler 2005 kennenlernte, hatte ich keine Ahnung, dass er ein Rockstar war. Erst viel später verstand ich, dass der Blogger Johnny Haeusler Sänger und Songwriter von Plan B war.

Meine Ahnungslosigkeit mag damit zu tun haben, dass ich damals, als Plan B richtig groß waren, einen großen Bogen um Gitarrenmusik gemacht habe.

Jetzt freue ich mich sehr, auch mal Johnny als Musiker auf einer Bühne sehen zu können – und nicht nur als Sprecher und Entertainer auf den Bühnen und Podien der re:publica. Und inzwischen höre ich auch Musik aus Stromgitarren.

Natürlich kann Johnny nicht einfach so seine alte Band wieder vereinigen. Bandblog, Facebookseite und Twitteraccount hat inzwischen jede Dorf-Ramonescoverband. Plan B gehen Band-Marketing und elektronischen Vertrieb mit hohem handwerklichen Anspruch an. Selbst ist die Band, scheint das Motto zu sein. Daher wundert es mich auch nicht, dass sie mit Hornbach einen Baumarkt als Partner gefunden haben, der sie beim Projekt #Studiobau unterstützt.

Das passt.

Montag, 19.11.2012 spielen Plan B um 20:00 Uhr im Gibson Elfer in Frankfurt am Main.

Yippie Yeah!

Ich verlose einmal zwei Eintrittskarten für das Plan B-Konzert. Um die Karten zu gewinnen, müsst ihr Folgendes tun: Kommentiert diesen Artikel unter Angabe einer funktionieren E-Mail-Adresse (ich muss Euch im Gewinnfall ja benachrichtigen können) und nennt mir Euren Lieblingssong von Plan B.

Teilnahmeschluss ist morgen, Sonntag, 18.11.2012 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Karten können aus zeitlichen Gründen nur noch am Konzertabend persönlich übergeben werden.

Offenlegung: Ich kenne Johnny Haeusler, habe früher auch drüben bei Spreeblick gebloggt. Ausserdem kenne ich Daniel Rehn, der sich bei Achtung! um die Online-PR für Hornbach kümmert.

[Update]

Der Gewinner ist benachrichtigt. Danke für’s Mitspielen.


Augen in der Großstadt

Ich hab es ja nicht so mit Lyrik. Ausser natürlich mit den Gedichten von Kurt Tucholsky. Aus nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen bin ich gerade über diese Interpretation eines meiner Lieblingsgedichte von Tucholsky gestolpert:

Ich habe keine Ahnung, wer da rappt. Stuttgart Benztownstars, soweit klar. Auf jeden Fall macht er seine Sache wirklich gut, finde ich.