4AD, spätestens seit den frühen Neunzigern eines meiner Lieblingslabels überhaupt, verschenkt auch zum Ende diesen Jahres wieder einen Sampler. In der Sammlung, klar, die Höhepunkte 2012 aus Sicht des britischen Labels.
Schon der erste Track ist ein Knaller: “Genesis” von Grimes lief bei mir in diesem Jahr in schwerer Rotation und das dazugehörige Album Visions ist für mich eines der Alben des Jahres.
Die schönste und beste aller Jahresbestenlisten kommt, wie eigentlich jedes Jahr, von der Hypemachine. Jenem Musikblog-Aggregator, den man nicht mehr missen möchte, wenn man sich für musikalische Neuentdeckungen interessiert. (Spotify-Nutzer sollten sich die Hypem-App installieren).
Zugegeben: an der Spitze des Zeitgeistes 2012 stehen bekannte Namen. Sogar das singende H&M-Model der aktuellen Saison hat es auf die vorderen Ränge geschafft. Dafür bergen die restlichen 49 am meisten gebloggten Künstler 2012 dann doch so einige Überraschungen.
— frankschirrmacher (@fr_schirrmacher) June 1, 2012
Frank Schirrmacher wieder. In seinen Bemühungen, die FAZ heimlich in das Piratenparteiorgan zu verwandeln, langsam aber sicher in der Medienrealität 2012 ankommen zu lassen, konfrontiert er die FAZ-Leserschaft mit einem weiteren, ihnen wohl unbekannten Kulturphänomen. Netzmusik. Qualitativ hochwertige Musik, die – ach du Schreck – oft kostenlos verteilt wird. Und wieder gelingt es Schirrmacher, elegant die aktuell tobende Netzdebatte um die GEMA in die wohl nicht ganz so netzaffine FAZ-Leserschaft zu tragen. Eine wirklich gute Idee!
Kuratiert wird die Auswahl der Musikstücke von Kulturpirat Bruno Gert Kramm, der den Älteren hier vielleicht als Gründer des Danse Macabre Labels und der Band “das Ich” noch ein Begriff ist. Damit dürfte die Qualität, der in seiner 14 tägigen Kolumne vorgestellten Musik, ausser Frage stehen. (Über Geschmack lässt sich hingegen trefflich streiten, ich weiss.)
Die Netzmusik-Kolumne, die heute in ersten Ausgabe erscheint, ist technisch aufwändig umgesetzt. Sogar auf den Einsatz von Flash wird verzichtet. Allerdings, und fast möchte ich in Grossbuchstaben EPIC FAIL twittern: es fehlen die Links zu den Websites der Musikern. Die Links zu den Quellen der “fünf besten, frei erhältlichen Musiktitel aus dem Internet” wie es im Teaser heisst.
Warum bloß?
Auf meine Frage antwortet der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
@AndreasSchepers Vereinbarung mit Künstlern sieht vor, dass man das auf deren Seiten macht.
— frankschirrmacher (@fr_schirrmacher) June 1, 2012
Ehrlich gesagt, verstehe ich Schirrmachers Antwort nicht.
Ist das Sezten von Link zu externen Inhalten im Jahre 2012 noch immer ein Problem für FAZ.net? Darauf habe ich noch keine Antwort bekommen.
Als Service nun hier die Links, die Euch die FAZ – warum auch immer – vorenthält:
Inzwischen gibt es Links zu den Websites der Künstler. Genau das ist übrigens auch in den Leserkommentaren vor Ort angemahnt worden. Danke, Matthias für den Hinweis.
Aber wie Roland zu Recht bemängelt, ist der fehlende Hinweis auf die verwendeten Lizenzen.
Beirut. Eine Band, die ich schon im letzten Jahrzehnt mal drüben bei Spreeblick geradezu euphorisch besprochen habe. Vier Jahre später ist sie immer noch da, die Euphorie für die Folkgruppe um Sänger Zach Condon.
Obwohl sie sich zuletzt ein wenig von osteuropäischen Einflüssen weg zu bewegen schienen, sind sie live immer noch das, was sie schon damals waren. Eine kraftvolle Band, die scheinbar mühelos einen transatlantischen Bogen von US-Indierock zu europäischer Polka schlägt.
Als leicht verfrühtes Weihnachtsgeschenk hat jetzt das National Public Radio (vielleicht am ehesten mit dem öffentlich rechtlichen Deutschlandradio hierzulande zu vergleichen) ein vier Tage altes Beirut-Konzert als MP3-Mitschnitt veröffentlicht. Zum Herunterladen und lieb haben. Oder zum Verschenken. Denn wer die letzte Arcade Fire mochte, wird auch dieses Konzert lieben. Oder so.
Ein Traum für Raumfahrt-Geeks. Die Nasa hat eine Sammlung historischer Tonaufnahmen als Klingeltöne veröffentlicht. Darunter das legendäre Piepen des ersten künstlichen Erdtrabanten Sputnik und die ersten Worte eines Menschen auf der Oberfläche des Mondes.
Android-Nutzern empfiehlt die NASA das Herunterladen ihrer Android-App. Damit gehe die Installation der Klingeltöne leichter von der Hand.
The eagle has landed
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Light Asylum, ein junges Duo aus New York, das sich respektlos über den elektronischen Klangvorrat von 80er-Jahre Indie und Gothic hermachen, wie es nur Musiker tun können, die erst ein Jahrzehnt später geboren wurden.
Das Video! Diese Stimme! Shannon Funchess klingt wie Grace Jones als Frontfrau der Fields of the Nephilim.
Ihre Debut-EP In Tension auf Mexican Summer ist bereits vergriffen. Für unter 4$ gibt es aber noch die vier Tracks als Download.
Übrigens: Light Asylum sind im Sommer wohl in Berlin und suchen neben einem Booking Agent für Europa noch Engagements. Weitere Details dazu auf ihrer Facebook-Seite. Würde ich Parties veranstalten, stünden Light Asylum ganz oben auf meiner Liste.
Da blogge ich jahrelang nicht mehr über Musik – und jetzt das: das zweite Posting in Folge. Das kommt davon, wenn man mal wieder einen Tag im Netz verbringt und sich durch die Musikblogs klickt.
Genug der Vorrede. Es soll hier um Siriusmo gehen, einen sympathisch schüchternen jungen Mann Chaoten aus Berlin, der vor ein paar Monaten endlich sein Debutalbum Mosaik auf Monkeytown Records (dem Modeselekor-Label) veröffentlicht hat. Vorher war der gute Mann vor allem durch seine Remix-Arbeiten und gelegentliche EP(!)-Veröffentlichungen bekannt.
“If you can’t dance to this, something’s definitely wrong with you.”
Stilistisch greift Siriusmo auf Mosaik ganz tief in die verschiedenen Klangklötzchenkisten und baut damit einen grandiosen Sound zusammen, der fröhlich zwischen Electro, Electronica, Dubstep, HipHop und diversen anderen Spielarten zeitgenössischer Tanzmusik oszilliert. Es groovt und treibt, dass eine echte Freude ist. Wer dazu nicht tanzt oder zumindest mit den Füssen wippt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Und als wäre das Album nicht schon grossartig genug, schieben Monkeytown jetzt noch die Antologie „Pearls & Embarrassments“ mit Werken von 2000 bis 2010 nach, die es wohl vorher nur auf Vinyl gab.
In diversen Interviews spricht Siriusmo davon, dass er nicht gerne live auftritt. Glücklich können sich also die Teilnehmer am Melt!-Festival schätzen, da spielt Siriusmo nämlich mal.
Und einen Gedanken muss ich noch loswerden: Bin ich der einzige, der sich bei Siriusmo von der Persönlichkeit, der Arbeitsweise und der Kreativität an einen jungen Richard D. James erinnert fühlt? Nein? Dann ist ja gut.
Es scheint die richtige Zeit für Austra gekommen zu sein. Die einschlägigen Kritiker äussern sich hingerissen bis euphorisch, die Musikblogs haben sie zu ihren aktuellen Lieblingen erklärt. Heute Abend spielen sie auf dem c/o pop in Köln.
Die Musik des kanadischen Trios pendelt munter zwischen 80er New Wave, Synthie- und Gothic-Pop. Vergleiche, insbesondere stimmlich mit Karin Dreijer Andersson (The Knife und Fever Ray) drängen sich zwar auf, verlieren aber an Bedeutung, je länger man sich dem Album beschäftigt. Denn Austra beeindrucken mit einem ganz eigenen Stil, melodiösem Gesang und grandiosem Electro-Sound.
Nach dem Klick gibt es das Video zu “Lose it” und als Download via Soundcloud. Weiterlesen →
Dass ich den grossen Serge Gainsbourg verehre und seine Tochter toll finde, dürfte Lesern dieses Blogs (so es überhaupt noch welche gibt) nicht entgangen sein.
Daher nur der Vollständigkeit halber der Hinweis auf dieses Mash Up Album. Etwas HipHop-lastig wie René (wie immer) nörgelt aber dennoch ein großer Spaß:
Track 5 Skee-Lo and Clyde funktioniert ganz hervorragend. Aber dass sich der Originalsong Bonnie & Clyde als Hintergrundtrack Beatlieferant für HipHop-Tracks eignet, wissen wir ja alle spätestens seit Mc Solaars Nouveau Western, gell?
The Knife sind eine rätselhafte Band. Die schwedischen Geschwister sind relativ selten live zu sehen, verstecken sich oft hinter Masken oder wanden sich in schicker Ballonseide.
Ihre letzte reguläre Veröffentlichung Silent Shout ist fast drei Jahre alt. Karin Dreijer Andersson, Sängerin der Band, war als Fever Ray unser aller Lieblingsact 2009.
Vor ein paar Tagen nun, gibt es tatsächlich neues The Knife-Material. Auf Soundcloud ist ein neues Stück zu hören (und herunterzuladen!), in dem es irgendwie um Darwin, die Evolution und Tauben geht. Glaube ich. Egal: