Kategorie-Archiv: Zwischenruf

Antihipsterday! Anzugpflicht auf der re:publica12! #Suitupday

In diesem Jahr wird es für mich schwierig, angemessen gekleidet auf der re:publica12 zu erscheinen. Da ich mich im Conferencehopping für Fortgeschrittene üben muss, werde ich (wie Marco übrignens auch) wohl mindestens am 2. Tag der rp12 im Anzug aufschlagen.

Inzwischen machen mindestens @Katti, @Baranek und @SimSullen mit. Du auch?

Hinterlasst einen Kommentar, wenn ihr dabei seid! Für einen #Suitmop auf der #rp12!


Charles Wilp und die Raumfahrt

Von Charles Wilp kennt jeder, der sich auch nur ein ganz kleines bisschen für Popkultur oder Kommunikation interessiert, die legendären Arbeiten für die Afri-Cola Kampagne von 1968.„Super-sexy-mini-flower-pop-op-cola – alles ist in Afri-Cola“

Was hingegen nicht so bekannt ist, dass zu Charles Wilps wichtigsten Einflüssen die Raumfahrt zählt. Selbst die Afri-Cola Motive sind davon geprägt:

Auf Anzeigenmotiven wurden zu dem rap-artigen Slogan berühmte Models der 1960er wie Marianne Faithfull, Amanda Lear, Donna Summer, Marsha Hunt hinter einer Glasscheibe mit Eiskristallen abgebildet.

Die Idee dazu war nach Wilps Angabe bei einem Besuch des Marshall Raumfahrtzentrum in Huntsville (Alabama) entstanden, wo die Saturn-V-Rakete damals gebaut wurde: Der in der Werkshalle gelagerte, tiefgekühlte, flüssige Sauerstoff führte zu Eisblumenbildung an den Fenstern der Umzugskabinen, hinter die Mitarbeiter Pin-up-Fotos der 60er-Beauties gehängt hatten.

Wikipedia

Mehr noch, kaum ein Künstler kam dem Weltall so nahe wie Wilp. In Parabelflügen schaffte er Kunst, liess seine Werke im Space Shuttle und auf der russischen Raumstation Mir fliegen.

In diesem arte-Stück aus dem Jahre 2000 kommt Wilp selbst zu Wort:

Ich glaube, jemand wie Wilp fehlt heute für die europäische Raumfahrt. Jemand, der wie er, die gleichen kühnen Visionen teilt, künstlerisch reflektiert und hilft, die großen Themen der Raumfahrt in die Gesellschaft zu tragen.


Wie viele Bäume müssen für das neue Holbeinviertel in Frankfurt Sachsenhausen fallen?

Pappeln

Frankfurt am Main wächst. Schnell. An vielen Stellen in der Stadt wird gebaut, altes Gewerbe- in neues Wohngebiet umgewandelt. So auch im südlichen Stadtteil Sachsenhausen, wo das neue Holbeinviertel entstehen soll.

Das neue Quartier, das 38 Einfamilienhäuser und weitere Wohnhäuser mit insgesamt 158 Eigentumswohnungen umfassen soll, wird in einer engen Schneise entstehen. Eingefasst zwischen stark befahrenen Schienenstrecken (S-Bahn, Fernverkehrs- und Güterzüge) und Oskar-Sommer-Straße bzw. Burnitzstraße.

Das Holbeinviertel wird von der Projektentwicklungsgesellschaft Holbeinviertel entwickelt, ein Projekt von Hochtief Solutions AG formart Rhein Main und der Wilma Wohnen.

Versprochen werden repräsentative Penthouse-Wohnungen mit Skyline-Blick.

Zuletzt wurde der Baubeginn für April 2012 angekündigt.


Größere Kartenansicht

Auf diesem Google-Maps-Ausschnitt sind noch Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs Süd zu sehen, die inzwischen abgerissen worden sind.

Ich wohne in einem der Häuser, in deren Rücken das Holbeinviertel entstehen soll. Das Bild oben zeigt den aktuellen Blick aus dem Wohnzimmer auf die Bäume, die “unsere” Parzelle vom ehemaligen Bahngelände trennt. Dort stehen leider auch die Bäume. Und die müssen nun weichen.

Gefährderter Baumbestand: “etwa” 25 Bäume

Nachdem im Dezember überraschend mit Bauarbeiten begonnen wurde, habe ich am 10.01.2012 beim zuständigen Stadtplanungsamt nachgefragt, ob und in welchem Umfang Bäume gefällt werden sollen:

Wie Sie sicherlich wissen, befinden sich zwischen den Grundstücken an der Oskar-Sommer-Straße und dem ehemaligen Bahngrundstück eine Anzahl grosser, schöner Bäume.

Mich interessiert nun: Was passiert mit diesen Bäumen. Bleiben sie unangetastet, werden sie gefällt?

Wenn ja, warum? Welche Bäume sind davon betroffen und wann soll das passieren?

Ist eine Ersatzbepflanzung vorgesehen? Wenn ja, wie sieht diese aus?

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass ich Ihre Antwort, bzw. Teile davon, ggf in meinem privaten Weblog unter http://www.andreas.de/ veröffentlichen werde.

Ich freue mich auf Ihre Antworten und bedanke mich vorab!

Inzwischen informierte aber auch der Bauträger über die bevorstehenden Rodungen: In einem Schreiben vom 16.01.2012 an Anlieger und Bewohner der angrenzenden Straßen, informiert die Projektentwicklungsgesellschaft Holbeinviertel mbh & Co KG darüber, dass sie den Baumbestand ausdünnen werden. Der Baumbestand sei von einem Baumgutachter untersucht worden und es gäbe eine Bäume, die nicht mehr verkehrssicher seien oder im Rahmen der Baumaßnahmen nicht erhalten werden könnten.

Für das Stadtplanungsamt antwortet am 20.01.2012 ein Pressesprecher auf meine Anfrage:

Planerischer Wille ist, dass die vorhandene Böschung in ihrer Grundkonzeption als Grüngürtel erhalten wird. Entsprechend einer gutachterlichen Erhebung müssen aber entlang der vorhandenen Nordböschung verschiedene Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gerodet werden. Es handelt sich hierbei insbesondere um Hybrid-Pappeln. Laut Fällantrag müssen etwa 25 Bäume gerodet werden. Hierfür ist ein 1:1 Ersatz geplant. Der erforderliche Haupteingriff findet auf der nordwestlichen Seite im Bereich der bestehenden Hybrid-Pappeln statt. Hier wird jedoch auch versucht einzelne Pappeln zu erhalten, so dass die Fläche nicht komplett freigestellt wird.

Dort, wo die erforderlichen Rodungen durchgeführt werden, sollen unmittelbar neue Laubgehölzhochstämme aufgepflanzt werden. Als Leitgehölz soll hier die Hainbuche dienen. Die Hainbuche ist auf Grund der Verschattungslage und der teilweise beengten Verhältnisse am besten geeignet. In Aufweitungsbereichen und Flächen mit mehr Belichtung sollen weitere Gehölze wie beispielsweise Eschen eingesetzt werden. Der teils erheblich vorhandene Unterwuchs soll erhalten und nur im Rahmen einer Pflegemaßnahme ausgeputzt werden. Flächen ohne Unterwuchs sollen mit Feldgehölzen ergänzend aufgepflanzt werden.

Alles im grünen Bereich also?

Vielleicht.

Etwa 25 Bäume sollen laut Fällantrag also weichen. Was heisst in diesem Zusammenhang “etwa”? Doch nur 20? Oder eher 30? Eine Untersuchung durch einen Baumgutachter sollte meiner Meinung nach doch eine präzise Zahl zum Ergebnis haben.

Immerhin wird umfangreiche Ersatzbepflanzung und die Erhaltung der Böschung als Grüngürtel versprochen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rodungen auswirken. Klar ist, dass der oben gezeigte Blick aus unserem Wohnzimmer schon recht bald der Vergangenheit angehören dürfte. Schade.

Eine interessante Diskussion über das Holbeinviertel und seine Planung seit 2007 gibt es im diesem Thread im Deutschen Architektur Forum, Hintergrundinformationen wie Bebauungspläne etc., können bei Frankfurt Gestalten abgerufen werden. Auch das Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt hält offizielle Informationen vor.


Moderne Zeiten: Russland twittert US-Militärdaten

Zugegeben, die Überschrift ist reisserischer als der eigentliche Sachverhalt. Der aber tatsächlich ganz interessant, wie ich finde.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti unterhält den Twitter-Account @riascience, über den Nachrichten aus dem – im weitesten Sinne – Wissenschaftsbereich verbreitet werden.

Heute tickerte twitterte die Agentur nun:

Es geht um den verloren gegebenen russischen Satelliten Phobos-Grunt, der ürsprünglich zum Marsmond Phobos fliegen und Gesteinsproben zurück zur Erde bringen sollte. Leider ist die Mission fehlgeschlagen und der Satellit steckt in einer niedrigen Umlaufbahn um Erde fest.

Das United States Strategic Command (USSTRATCOM) ist eins der zehn Unified Combatant Commands des United States Department of Defense und ist verantwortlich für die Führung, Ausbildung, Ausrüstung, Verwaltung und Planung sämtlicher Atomstreitkräfte aller Teilstreitkräfte der Vereinigten Staaten. (Quelle: Wikipedia)

Zu USSTRATCOM gehört auch NORAD, das nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando, das über eine Radar-Infrastruktur verfügt, künstliche Objekte in erdnahen Umlaufbahnen zu erfassen und zu katalogisieren. Dieser Katalog ist höchst wertvoll. Er umfasst sehr genaue Bahndaten von Satelliten und Weltraumschrott. Und natürlich auch von militärischen Infrastrukturen im All. Nicht nur denen der USA.

Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit in der zivilen Raumfahrt veröffentlicht NORAD bestimmte Daten, wie zum Beispiel diese (sehr vereinfachten) Bahndadaten der missglückten Phobos-Grunt Mission.

Heute morgen um 05:53 UTC (06:53 MEZ) lag das Perigäum (größte Erdnähe) bei 195km, das Apogäum (größte Entfernung) bei 263km.

In dieser Höhe bremst Restatmosphäre das Raumfahrzeug ab, so dass es irgendwann auf die Erde stürzen wird. Aktuell geht man davon aus, dass Phobos Grunt Mitte Januar wiedereintreten wird.

Ntürlich hat Ria Novosti keine amerikanischen Militärgeheimnisse getwittert. Dennoch ein bemerkenswerter Vorgang, den ich so nicht erwartet hätte.


Qype: Golden Apple Boutique Hotel in Moskau

MoscowHotel & UnterkunftHotel

Vorweg: Freiwillig hätte ich mir dieses Hotel nicht ausgesucht. Die Organisation für die ich arbeite, hat Rahmenverträge mit verschiedenen Hotels in Moskau. Für meine Dienstreise im November 2011 hat es mich in den goldenen Apfel verschlagen.

Das Golden Apple ist ein “Boutique Hotel”. Ein Konzept, das auf den ersten Blick interessant ist. Die Zimmer sind modern und hochwertig ausgestattet und ausgestaltet. Das sieht alles ganz schön aus, verströmt aber den Charme eines besseren Einrichtungshauses.

Das Hotel liegt zentral, zur nächsten Metro-Station (Pushkinskaya) sind es keine fünf Minuten zu Fuß, zum roten Platz ist man vielleicht 15 Minuten zu Fuß unterwegs.

Internet gibt es in Lobby und Bar kostenfrei, für stabilen WLAN-Empfang auf dem Zimmer sollte man sich einen entsprechenden (teuren) Zugang kaufen.

Das Frühstück war sehr ordentlich. Empfehlenswert: Die frischen Omeletts oder Rühreier….

Für Ausstattung und Lage sind entsprechende Preise fällig. Ich habe für eine Übernachtung etwa EUR 250 bezahlt.

Mein Beitrag zu Golden Apple Boutique Hotel – Ich bin glueckauf – auf Qype


Christian Stöcker: Nerd Attack (DVA / SPIEGEL Buchverlag)

Christian Stöcker: Nerd Attack!

Christian Stöcker: Nerd Attack!

Als vermutlich letzter will ich schnell meine Gedanken zu Christian Stöckers neuem Buch “Nerd Attack” aufschreiben:

Christian Stöcker, Jahrgang 1973, Ressortleiter Netzwelt bei Spiegel Online, hat ein Buch geschrieben. Über “die Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook” wie es bei “Nerd Attack!” im Untertitel heisst.

Dabei erzählt er eben diese Geschichte aus der Perspektive eines Vertreters der Generation C64 in Westdeutschland. Wenn Stöcker seine ersten Berührungen mit dem Computer und der frühen Demo-Szene beschreibt, dürften hunderttausende Mittdreissigjährige in Nostalgie schwelgen. So oder so ähnlich hat sich das abgespielt. In Hamburg, Essen oder eben Würzburg.

Christian Stöcker benutzt den C64 als inhaltliche Klammer für eine umfassende Betrachtung der grob 25 Jahre Digitalisierung der Welt. Dabei gelingt es ihm, ein treffendes Portrait einer Generation zu zeichnen, die mit dem rasenden technologischen Fortschritt nicht nur mitgeht, sondern in als gegeben und selbstverständlich erwartet.

Für die Generation C64 hält das Buch wenig Neues bereit. Allerdings ist es interessant und unterhaltsam zu lesen, wie der Autor Ereignisse, technologische Durchbrüche und neue Benutzungsmuster in einen chronologischen Kontext stellt.

Fazit:

Nerd Attack! ist ein Buch, das vor allem die Generationen der vor 1970 geborenen lesen sollte, um zu verstehen, wie die digitale Welt das geworden ist, was sie heute für alle jüngeren ist: Kein paralleler kybernetischer Raum sonden integraler Teil der wirklichen Welt. In Berlin wie in Castrop-Rauxel.

Andere Meinungen: Markus bei Netzpolitik, Nico Lumma, Thomas Knüwer, Olaf Kohlbrück.


Aus “Glück auf!” wird jetzt “It’s rocket science, Baby!” – sonst ändert sich ja nichts.

Yulia Tymoshenko - Ukrainian Breakthrough

Nach 5 Jahren “Glück auf! – Andreas sein Weblog” mit vielen Hochs und Tiefs, mehreren Fehlversuchen, das ein oder andere Nebenblog zu starten ist nun Schluss.

Jedenfalls unter dem alten Namen.

Rückblick

Damals, im Februar 2005 schien mir “Glück auf!” als Name ideal: Zum einen als Referenz an meine Heimat, das Ruhrgebiet und an die Region in der ich lebte, das Saarland, zum anderen, weil ich damals eine gute Portion Glück gebrauchen konnte.

Spreeblick

Glück hatte ich in der Folge übrigens. Eine Menge. Irgendwann 2005 traf ich Johnny Haeusler in Berlin, nachdem er gelegentlich mal meine Artikel verlinkt hatte. Später dann wurde ich irgendwie Teil des Spreeblick-Universums. Einem Universum, dem ich mich übrigens noch heute als freies Elektron verbunden fühle.

Ende 2008, Anfang 2009 ergab sich eine einschneidende Veränderung in meinem Leben, ich hatte einen neuen, zeitintensiven Job: ich zog um, und das Blog lag mehr oder weniger brach. Statt dessen lernte ich Twitter lieben, schmierte Fundstücke in ein Posterous-Blog und war nicht mehr im Stande, längere Texte in Blogform zu giessen, weder für Spreeblick noch für mein kleines Feld, Wald und Wiesenweblog.

Ausblick

Das soll sich nun ändern: Auf It’s rocket science, baby! will ich in Zukunft jetzt über Musik, Wissenschaftskommunikation, Pop und Raumfahrt (Raketen! Satelliten! Astronauten!) schreiben oder auch einfach nur Netzfundstücke mit Euch teilen.

Danke für Eure Aufmerksamkeit! Bis hierhin und darüber hinaus!


Leipzig – aus dem All gesehen

Leipzig, Germany

Die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS haben einen bis auf die Minute durchgeplanten Tagesablauf. Aber sie haben auch Freizeit. ESA-Astronaut Paolo Nespoli (@astro_paolo) nutzt diese, um beeindruckende Bilder unseres Planeten zu machen. Seine Fotos kann man im MagISStra-Flickrstream sehen.

Auf dieser Aufnahme sieht man Leipzig und Halle.

Hach….