Diese allumfassende Müdigkeit, die neue Breite der Füsse, der Ekel vor dem Frühstück um 06:30.
Noch 9 Stunden. Dann war’s das. Für dieses Jahr.

Geballtes Wissen für alle: CeBIT future talk Gesamtdokumentation

CeBIT future talk 2007
Gesche Joost, T-Labs (Foto: Steamtalks)

Das hier ist das letzte CeBIT-Posting für 2007. Versprochen.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, am Mac die mit Wirecast direkt aufgezeichneten future talk-Beiträgen zu schneiden und zu konvertieren. Die Mühe hat sich gelohnt. Fast 90 zum Teil sehr interessante und sehenswerte Vorträge (Forscher-Neudeutsch: Talks) und Diskussionen sind dabei.

Leider bereitet das Konvertieren der recht grossen Quicktime-Filme in das sehr viel kleinere Flash-Format immer noch Probleme. Teilweise ist die Qualität schlicht inakzeptabel. Daher kann ich nur auf Quicktime-Filme in H.265-Qualität verweisen. Diese sind jedoch einigermassen scharf, so dass auch die Folien der Sprecher lesbar sind.

Problematisch ist einzig die Tonqualität. Leider war es nicht möglich, das Summensignal der Verstärkeranlage zu benutzen, so dass die Aufnahmen mit einer guten Portion Athmosphäre daher kommen.

Drüben bei den Kollegen von Steamtalks gibt es das Gesamtprogramm des future talks 2007 mit allen notwendingen Links und Informationen.

Für besonders Sehenswert – nicht nur für Wissenschaftler und solche die es einmal werden wollen – halte ich folgende Filme:

Tom In der Rieden (Universität des Saarlandes) über Fehlerfreie Computersysteme – Wege in die Zukunft
Tom erklärt anschaulich, welche Fehler überhaupt zu Problemen führen.

Gesche Joost (Deutsche Telekom Laboratories) über Interactive Design.
Gesche Joost gibt einen spannenden Einblick in die Arbeit der Designabteilung der Telekom Laboratories.

Prof. Dr. Erich Ortner (Technische Universität Darmstadt) über Sinn und Zweck hauseigener Terminologien (am Bsp. des SAP Glossars)
. Der Titel des Vortrags klingt im ersten Moment vielleicht etwas unspektakulär aber Prof. Ortner ist ein ganz hervorragender Redner und Vermittler.

Prof. Dr. Jürgen Döllner (Hasso-Plattner-Institut) über Virtuelle Städte/Virtuelle Welten. Prof. Döllner liefert einen spannenden Über- Rück- und Ausblick auf die Enticklung virtueller Städte und Welten und geht auf konkrete Anwendungsbeispiele ein.

Kristina Scherbaum (Max-Planck-Institut für Informatik): Wie man das Altern von Kindergesichtern vorhersagen kann. Interessanter Vortrag zu einer wirklich spektakulären Technologie.

Prof. Horst Zuse (TU Berlin) über seinen Vater Konrad Zuse: “Die Erfindung des Computers”. Sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Vortrag über Konrad Zuse und sein Lebenswerk. Wer die Gelegenheit hat, Prof. Zuse über seinen Vater sprechen zu hören, sollte sie wahrnehmen. Es lohnt sich sehr.

Carsten Waldeck (iverse-visual interaction simplexity) – The future will be liquified – Alles fliesst im Web 7.0 – Intellectual Property/Intellectual Value. Carsten spricht über Liquifile und seine Vision dessen, wie sich das Web entwickeln kann. Interessant!

Prof. Dr. Andreas Zeller (Universität des Saarlandes) – Aus Programmabstürzen lernen. Prof. Zeller spricht unterhaltsam und lehrreich darüber, warum Computer abstürzen und was man dagegen tun kann.

Prof. Dr. Robert Strzebkowski und Björn Münchau M. Sc. (Technische Fachhochschule Berlin) über TV 2.0 – ein ‘intelligentes’ IPTV? Die beiden Wissenschaftler berichten über ihre Arbeiten zu IPTV und geben einen interessanten Ausblick.

Wieder zu Hause

Heute morgen wie immer um zwanzig vor Sieben in Sarstedt aufgewacht. Kurze Verwirrung, dann Entwarnung. Heute nicht an der Strassenecke auf die Kollegen warten. Frühstücken eine Stunde später als an den Tagen zuvor. Dann doch wieder Verwirrung: Wieso ist es so schummrig im Zimmer? Das Dachfenster ist zugeschneit. Schnee. Mitte März. In Hannover.

Fassungslos aufstehen. Frühstücken. Immer noch Brötchen. Koffer packen. Auf Wiedersehen Sarstedt. Bis zum nächsten Jahr. Vielleicht. Mit der Strassenbahn zum Hauptbahnhof Hannover. Warum fahren eigentlich alle Aussteller heute zurück?

Im Abteil im letzten Wagon noch einen Sitzplatz gefunden. Zwischen dem verliebten deutsch-lateinamerikanischen Pärchen, dem schweigsamen Nerd, der leicht verpeilten Luxemburgerin und einem Hund nebst Herrchen. Herrlich.

Mannheim. Umsteigen. Brechend voller Regional Express nach Saarbrücken. Noch knapp zwei Stunden.

Zu Hause. Koffer auspacken. Wäsche waschen. Beine hoch. Bloggen.

Gute Nacht!

Liveblogging: Pseudowissenschaftliche Scharlatanerie

brainfuck.jpg

Jetzt kommt ein persönlicher Messehöhepunkt. Human Brain and Computing. Vorgetragen von den yogischen Fliegern um Alerik Arenander und Tom Routt vom Brain Research Institute. (Programminformation)

Ich habe keine Ahnung, wie die sich in das Programm des Future Talk gemogelt haben. Auf jeden Fall sitzt dort ein Proband mit Badekappe und einigen Kabeln, die in eine rätselhafte Box münden.

Aktuell fabuliert der Sprecher über Natural Leadership durch simple mentale Techniken. Oder so…

Jetzt werden lustige Animationen gezeigt, wie durch Meditation die Gehirnzellen nur so blitzen.

Das Publikum ist sehr gemischt: Auf der einen Seite seriöse Forscher, den das Entsetzen über das Dargebotene in den Gesichtern steht, auf der anderen Seite beige bekleidete Damen und Herren die den Umstehenden Flyer mit schönen Titeln wie „Bildung und Bewusstsein“ verteilen.

Überhaupt haben sich die Anhänger der tranzidentalen Computer Meditation bestens organisiert. Konzentriert wird mitgefilmt und jede kritische Äusserung aus dem Publikum registriert.

So, der Spuk ist zu Ende. Was habe ich gelernt? Wenn ich mit Hilfe dieser Businessbuddhisten erlerne, mein Gehirn in ein quasi premortales Stadium (schicke regelmässige Muster der Gehrinströme) zu versetzen, werde ich der schönste erfolgreichste Mensch der Welt. Oder wie es an ihrem Stand heisst: Ich kann dann Deutschland unbesiegbar machen.

Ich freue mich, wenn ich wieder zu Hause bin. Ehrlich.