Alle Beiträge von Andreas Schepers

Andreas Schepers ist Communication Officer bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Hier schreibt er privat über Dinge, die ihn interessieren. Von Wissenschaftskommunikation, Online PR und Netzpolitik zu Astronauten, Pop, etc.
Facebook

Is Facebook really the most important network for news?

One of the key findings of the Reuters Institute Digital Report 2014 is:

Our new (and unique) social media index for news shows Facebook is by far the most important network for news everywhere. Although Twitter is widely used in the US, Spain, and the UK, it is far less influential in many other European countries. Google+ is emerging as increasingly important for news, along with messaging application WhatsApp.

This raises a couple of questions:

– Why does my Facebook timeline mostly never deliver any news to me – although I liked some important news organizations on Facebook. I’d really like to know more about Facebook’s timeline algorithm in this regard.

– I never perceived WhatsApp as medium for news delivery. Basically, I still have it installed on my iPhone, because it’s one of the few apps, that my mother know how to use on her smart phone. So, how does WhatsApp for news work?

If you have any good online sources on this, please let me know by commenting this article.

Picture: CC – Scott Beale on Flickr


CC: Denis Bourez / Flickr

Ken Boothe – Set Me Free (You Keep Me Hanging On – Reggae Cover)

Mit schöner Regelmässigkeit spielt Radio Nova an Wochenenden dieses Reggae-Cover des Supremes-Klassikers “You Keep Me Hanging On”, das vielen vielleicht eher in der 80er-Version von Kim Wilde im Ohr ist.

Interpret ist der jamaikanische Ska- und Reggae-Sänger Ken Boothe, der mit “Everything I Own” 1974 einen No.1-Hit in Großbritannien hatte. Dieser Titel dürfte einigen auch in der weichgespülten Version von Boy George (1987) bekannt sein. Das Original ist allerdings von der kalifornischen Band Bread aus dem Jahre 1972.

Die Reggae-Version von “You Keep Me Hanging On” jedenfalls scheint einigermassen selten zu sein. Soweit man das in Zeiten ständiger Verfügbarkeit von Musik überhaupt noch sagen kann. Kaufen kann man den Song als MP3 zum Beispiel hier: http://www.souljazzrecords.co.uk/releases/?id=172.

Ein schöner Start ins Wochenende, wie ich finde.

Übrigens, als Beifang der Recherche zu diesem Stück: Culture Club sind auch wieder da.

Foto: Denis Bourez/Flickr


Royal Republic: Everybody Wants To Be An Astronaut

So, everybody wants to be an astronaut? Honestly, I am not quite sure about that. The longer I work with astronauts, the more I respect their job. Sure, there is still a lot of fascination. But I also see how hard they have to work to archive their goals – to be one of the few human beings having the opportunity to look back on our planet from space.

A wise young lady who I met at the European Astronaut Centre put it this way:

They fly into space so we don’t have to.

And she’s right.


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Video: Erde in 4k-Auflösung

Alexander Gerst, ESA-Astronaut mit dem gegenwärtig coolsten Arbeitsplatz, den man sich so vorstellen kann, schickt bekanntermassen hunderte atemberaubender Fotos zurück zur Erde.

Nun haben sich ESA-Kollegen daran gemacht aus einer Serie von Einzelaufnahmen ein Zeitraffer-Video zu erstellen. Da die Fotos in hoher Auflösung vorliegen, ist das Video auch, nun ja, hochauflösend. Nämlich 3840 x 2160 Pixel, also Ultra HD oder eben 4K.

Auch wenn Ihr gerade kein 4K-fähiges Display vor Augen habt, lohnt es sich, den Youtube-Player auf eine adäquat hohe Auflösung und den Vollbildmodus einzustellen.

Alexander hat pro Sekunde jeweils ein Foto aufgenommen. Das Video läuft mit 25 Bildern pro Sekunde. Damit wirkt der Flug der Raumstation über die Erde also 25 Mal schneller, als er tatsächlich ist.

Für mich eines der bislang spektakulärsten Videos der laufenden Mission.


Viral in der Ukraine: Putin Schmähgesang “Путин хуйло” wird zum Mem

Selten findet der Fussball-Fangesang ein nachhaltiges Echo ausserhalb der Stadien. Anders aktuell in der Ukraine. Ultras des ostukrainischen Vereins Metalist Charkiv aus Charkiw haben mit “Путин хуйло” ein sich rasend schnell verbreitendes Mem geschaffen.

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Kosmodrom Baikonur. Bild: ESA

Земляне – Трава у Дома (Zemlyane – Trava u Doma)

Zur russischen Raumfahrtfolklore gehört ein Song, der schon zu Sowjet-Zeiten ein echter Hit war. Die Band Zemlyane (dt. Erdlinge) singt in “Trava u Doma” (dt. Rasen am Haus) über das Heimweh der Kosmonauten im All. Nicht nur die amerikanischen und europäischen Astronauten, die mit Ihren russischen Kollegen vom Kosmodrom in Baikonur zur Internationalen Raumstation aufbrechen, kennen den Song.

Inzwischen ist das Stück sogar ganz offiziell die Hymne der russischen Kosmonauten. So wird es zum Beispiel beim Auszug der Astro- und Kosmonauten in Richtung der Startrampe gespielt.

Der Text lautet auf deutsch etwa so:

Im Fenster taucht die Erde auf,
Im Fenster taucht die Erde auf,
Im Raumschiff-Fenster taucht die Erde auf …
So wie dem Sohn die Mutter fehlt,
So wie dem Sohn die Mutter fehlt,
So fehlt uns unsre Erde hier im All.

Auch wenn wir Sternen näher sind,
Auch wenn wir Sternen näher sind,
Sie bleiben trotzdem kalt und distanziert.
Und wie bei Sonnenfinsternis,
Und wie bei Sonnenfinsternis,
Geduldig warten wir auf warmes Licht.

Wir träumen nicht vom Lärm des Raumfahrthafens,
Und nicht von diesem eisigkalten Blau.
Wir träumen nur vom grünen, grünen Rasen,
Vom grünen Rasen vor dem Elternhaus.

Wir sind auf orbitalem Kurs,
Hier fliegt jetzt keiner außer uns,
Meteoriten säumen unsren Weg.
Verstand und Mut sind angebracht,
Und kosmischer Orchesterklang
Begleitet unser sachliches Gespräch.

In einem neblig-matten Dunst,
Verschwindet Erde unter uns,
In Morgen- oder Abendrot getaucht.
Und wie dem Sohn die Mutter fehlt,
Und wie dem Sohn die Mutter fehlt,
So fehlen Müttern Ihre Söhne auch.

Wir träumen nicht vom Lärm des Raumfahrthafens,
Und nicht von diesem eisigkalten Blau,
Wir träumen nur vom grünen, grünen Rasen,
Vom grünen Rasen vor dem Elternhaus.

Übersetzung via lyricstranslate.com

Die Band ist übrigens wohl noch immer aktiv. Zumindest veröffentlicht ihr Sänger, Sergei Skarchkov, neue Songs, aber auch Neuaufnahmen alter Hits, wie eben “Trava u Doma”. Dazu gibt es auch einen neuen Clip, der trotz computeranimierter Sojus-Rakete irgendwie nur halb so charmant ist wie der TV-Mitschnitt von 1984 weiter oben.

Ob Alexander Gerst, der nächste Europäer auf der ISS, den russischen Text schon mitsingen kann? Bestimmt.

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