Grillende Leipziger und das Völkerschlachtdenkmal

Leipzig

Wo erholt man sich von drei Tagen re:publica? In Leipzig, na klar.

An diesem Wochenende präsentierte sich Leipzig von seiner schönsten Seite. Die Parks, allen vorran der gigantisch grosse Clara Zetkin-Park glichen einer einzigen Grill-Party, die Betreiber der Cafés auf der Karl Liebknecht-Strasse hatten allerhand zu tun.

Was ich für mich immer noch nicht zusammenkriege: Leipzig hat knapp eine halbe Millionen Einwohner. Aber wo sind die alle? Grillen? Die Stadt erstreckt sich über eine beachtliche Fläche (297,6 Quadratkilometer) und dabei wirkt mancherorts erschreckend leer. Jemand sprach von 50.000 leerstehenden Wohnungen in der Stadt. Und in der Tat: an vielen Häusern hängen Plakate, die grundsanierte 5 Zimmer Wohnungen mit deutlich über 100 Quadratmetern Wohnfläche an den Mann bringen wollen.

Ungewohnt für mich sind auch die weitläufigen Strassenzüge, in denen sich Altbau an Altbau reiht. Wunderschöne Häuser, deren Fassaden in der Frühsommersonne hell leuchten. Die Wege, die man zurücklegt, um zum nächsten Supermarkt oder zum nächsten Kaffee zu kommen, sind beachtlich lang.

Leipzig, Völkerschlachtdenkmal

Als ignoranter Westdeutscher, ist das Völkerschlachtdenkmal neben der Messe das einzige, was ich bilsang mit Leipzig in Verbindung gebracht habe.

Und eben jenes Völkerschlachtdenkmal, angebliches Wahrzeichen der Stadt, ist mir tatsächlich am unangenehmsten aufgefallen. Das Ding ist beängstigend gross und marzialisch hässlich. Vielleicht empfinde ich das aber auch nur so, weil ich mit Schlachtendenkmälern irgendwie auf Kriegsfuss, seitdem ich als Kind das 3D-Waterloo-Schlachtpanorama gesehen habe.

Napoleons Blutspur durch die Geschichte Europas ist wahrlich furchteinflössend.

Autor: Andreas Schepers

Andreas Schepers macht beruflich was mit PR, Media Relations und Social Media für Raketen, Satelliten und Astronauten. Hier schreibt er privat über Dinge, die ihn interessieren. Von Wissenschaftskommunikation, Online-PR über Netzpolitik zu Astronauten, Pop, etc.

8 Gedanken zu „Grillende Leipziger und das Völkerschlachtdenkmal“

  1. Im Jahr 2013 wird das Jubiläum 100 Jahre Leipziger Völkerschlachtdenkmal begangen.Gleichzeitig ist es ein Doppeljubiläum ,die Völkerschlacht zu Leipzig jährt sich zum 200. mal.In Vorbereitung des Jubiläums wurde das Völkerschlachdenkmal umfangreich saniert. Nun erstrahlt es in hellem Glanz. Wahrscheinlich würdest Du es heute nicht mehr als häßlich empfinden.

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