Warum manche Blogger nachdenken sollten, bevor sie posten

Darauf habe ich gewartet. Wirklich. KaiK regt sich bei d’ohne pointe über die Belarus-Video-Geschichte drüben bei Steffen auf und führt ausgerechnet media-ocean als Beleg für seine These an, Blogs seien scheisse.


Abgesehen davon, dass es mir reichlich schizophren vorkommt, als Blogger Blogs pauschal als scheisse zu bezeichnen, hätte KaiK vielleicht mal die Updates bei media-ocean lesen sollen und sich vielleicht ein ganz klein bisschen über das Umfeld, in denen das Posting erschienen ist, informieren können.

Dann hätte er gemerkt, dass Steffen sehr vorsichtig formuliert, sehr darauf bedacht ist, Quellen sehr konkret ausfindig zu machen und den Inhalt des Videos mehrfach gegenzuchecken. Dass er sich dabei an die Blog-Öffentlichkeit wendet, kann man ihm beim besten Willen nicht zum Vorwurf machen. Und ein „GEIL, wir haben einen Scoop-Gejohle“ hab ich bei ihm nicht entdeckt. Im Gegenteil.

In den Updates zum Artikel bei d’ohne pointe wird es dann argumentativ sehr abstrus. Ich möchte folgendes hier festhalten:

Der Artikel bei Spreeblick ist erstens schon länger online (26.03.2006 um 14:18h), wurde aber später erst zum Mainfeature gemacht. Zweitens: bevor ich den Beitrag gepostet habe, telefonierte ich mit Steffen. Es war von vornherein klar, dass sich dieses Geschichte entwickeln würden – mit durchaus offenem Ausgang. Der aufmerksame Leser wird die Fragezeichen in der Überschrift des Artikels bei media-ocean bemerkt haben. Von einem Zurückrudern kann also keine Rede sein. Ausserdem war Jan Michael für Lautgeben direkt am Ball (übrigens in Absprache mit Steffen). Hier wurde der Timestamp des Artikels neu gesetzt, aber der erste Kommentar kam am Sonntag um 10:04 Uhr. Also von einem verspäteten Aufspringen während der ursprüngliche Blogger bereits „zurückrudert“ kann keine Rede sein.

So wichtig die Frage nach Cui bono ist, die Vermutung der Instrumentalisierung der Blogs, wird nach kurzem Nachdenken lächerlich. Wer bitte, braucht bei der von internationalen Medien vertetenen Meinung, die Wahlen seien manipuliert, noch eine Anti-Lukaschenko Kampagne ausgerechnet in der unterentwickelten deutschen Blogosphäre? Hallo? Reality-Check?

Solche abstrusen Vermutungen könnten allenfalls Menschen anstellen, die sich gemein machen mit diesem totalitären Regime. Aber das traue ich den Jungs von d’ohne pointe nicht zu, denn mit ihnen kann man in den Kommentaren bei Spreeblick reden. Ganz frei, offen und transparent.

Schade, eigentlich hätte ich gerne dirket bei ihnen kommentiert. Geht leider nicht ohne Anmeldung.

Autor: Andreas Schepers

Andreas Schepers macht beruflich was mit PR, Media Relations und Social Media für Raketen, Satelliten und Astronauten. Hier schreibt er privat über Dinge, die ihn interessieren. Von Wissenschaftskommunikation, Online-PR über Netzpolitik zu Astronauten, Pop, etc.

28 Gedanken zu „Warum manche Blogger nachdenken sollten, bevor sie posten“

  1. Ich sehe nix schizophrenes daran, in einem Blog einen anderen Blogger zu kritisieren oder das zum Anlass zu nehmen, auf generelle Schwächen des Mediums hinzuweisen.

    Dürfen Zeitungen nun auch keine Zeitungen mehr kritisieren oder sich mit den medienspezifischen Nachteilen auseinandersetzen?

  2. Naja, Blogs kritisieren mach ich ja auch gerade. Aber die Formulierung „Warum Blogs scheisse sind“, scheint mir eine etwas arg pauschalisierende Aussage zu sein. Oder?

  3. Ich denke, es war eine bewußt zugespitzte Formulierung.

    Ich stimme KaiK jedenfalls dahingehend zu, daß der ganze Videokrams reichlich hysterisch aufgebauscht wurde. Viele Vermutungen, gewürzt mit ein paar bewegten Bildern und der doch immer wieder durchscheinenden Hoffnung, mal das ganz große Rad zu drehen.

    Um Recherche und Übersetzung sollte man sich aber kümmern, bevor man so viel Lärm macht.

  4. Ich für meinen Teil glaube behaupten zu können, entsprechend vorsichtig auf Spreeblick formuliert zu haben:

    „Belarus hat gewählt. Sort of. Bei youtube ist nun ein Video aufgetaucht, das die beobachteten Manipulationen zumindest in einem konkreten Fall zu bestätigen scheint.“

  5. Die These von d’ohne pointe muss man differenziert sehen.

    Problematisch ist, wenn Blogger einfach Dinge behaupten ohne zu recherchieren.

    Nur, Steffen kann man hier keinen Vorwurf machen.

    Da betreibt d’ohne pointe einfach billige Stimmungsmache! Außerdem hätte es sich gehört, einen Link zu Steffen zu setzen.

  6. Hi.

    Deine Uhr geht falsch.

    Du kannst mich einen Idioten zeihen, Du darfst mich ein Arschloch nennen. Aber bitte, zu insinuieren, Kritikaster machen sich automatisch mit totalitären Regimen gemein, das ist doch wirklich weit unterhalb von Fair-and-Balanced-News-Niveau.

    Bei der Updaterei und Datumsverschiebung ist es schwer, den Ueberblick zu behalten, das hat nichts mit Nachdenken zu tun, eher mit detektivischem Gespür.

    Der erste Post von media-ocean, den ich gelesen habe, zeichnete sich durch reisserische Ueberschrift mit Fragezeichen aus (beliebtes Bild-Mittel, siehe bildblog.de). Erst danach kamen Fragen nach Übersetzung auf.

    Und nein, ich sage nicht, das Media-Ocean-Blog ist scheisse, sondern Blogs als Informationsmedien (Stichwort: Buergerjournalismus) sind scheisse.

    Ich sage, dass der Poster im Media-Ocean-Blog, wenn er sowas in dieser urspruenglichen Form postet, ein Idiot ist. Das ist nicht nett, bestimmt unverschaemt, sicherlich auch eine Beleidigung. Aber, sorry, das ist meine Meinung. Jemand mit seiner publizierten Vita und seiner Ausbildung sollte sich der Wirkkraft von soetwas bewusst sein. Es ist eben ein Unterschied, sich um Validisierung bemuehend an eine Oeffentlichkeit zu wenden oder eben in der Form, wie es zunaechst geschah. Die Trackbacks und Kommentare bei Spreeblick („Blogs stuerzen Regierung!!!!!11elf“) und bei Boing Boing Boing sprechen da Baende. Und ja: Ziemlich viele haben das Fragezeichen konsequent ignoriert oder übersehen.

    Weil es halt ins Bild passt: Böser Diktator, liebe Freiheitskaempfer. Das ignoriert div. Agenden, die auf beiden Seiten vorhanden sind. (siehe: http://www.guardian.co.uk/international/story/0,,1360080,00.html)
    Nun gehoere ich nicht zu modischen Anti-Amerikanern, nur darf man sowas nicht ausblenden. Und dass Blogs zur Meinungsmanipulation und Konstruktion eines Casus Belli zukuenftig oder vielleicht schon jetzt genutzt werden, ist sicherlich keine Utopie.

    Deshalb muss man sorgfaeltig sein. Und ja, man muss nachdenken, bevor man postet. Das gilt ganz besonders fuer Euch.

    Ihr seid eines der Leitmedien der Blogger, ihr koennt Euch dem Thema Verantwortung nicht entziehen.

    Euch sei das Beispiel des unsaeglichen WDR-Dokufilms anlaesslich 9/11 gegeben. Der zustaendige Redakteur hatte bei der Abnahme versaeumt, diverse faktische Behauptungen (einer der vermeintlichen Attentaeter lebe noch und habe nach der Tat mit seinen Eltern telefoniert) vom Autor belegen oder von der Rechercheabteilung gegenchecken zu lassen.

    Mit der Folge, dass der Film nach Ausstrahlung fuer einen Skandal gesorgt hat und von verschiedenen anderen Medien genuesslich zersaegt und in den inkriminierten Punkten faktisch widerlegt wurde.

    Die Szenen wurden fuer die weitere Ausstrahlung herausgeschnitten. Aber es war schon zu spaet. Fuer die muntere Bande der antisemitischen Verschwoerungstheoretiker gilt die Originalausstrahlung der WDR-Doku als Beleg ihrer kruden Gedanken. Und die korrigierte Fassung ist fuer diese natuerlich zensuriert und ewiger Beweis fuer die Macht der amerikanisch-jüdischen Verschwoerung, die die Wahrheit vertuschen wollen.

  7. ey, ihr “ohne pointe”-jungs nervt gewaltig. geht doch mal was rauchen oder fickt ein bißchen, das tut eucht bestimmt gut. manno, ey. kann doch nicht wahr sein!

  8. So. Also, du findest dass man erst mal die Authentizität eines Videos aus einem anderen Land überprüfen müsste, bevor man es postet – findest aber dass das nachlesen der Uhrzeit am Ende eines Blog-Beitrags wegen der Zeitverschiebung nur mit „detektivischem Spürsinn“ machbar sei?

    Du bezeichnest jemanden pauschal als Idioten (was in meinen Augen eher als Beleidigung denn als freie Meinungsäußerung zu werten ist) – weil er pauschalisieren würde?

    Du regst dich über die Spreeblick auf, schreibst aber einen Artikel über ein anderes Blog?

    Du benutzt die Überschrift „Blogs sind Scheisse“ – ohne Fragezeichen – weil ein anderes Blog eine zu wenig differenzierte Überschrift hatte?

    Sonst noch alles frisch?

    Nichts gegen ein paar stichhaltige Argumente und Gedanken in deinem Posting/Kommentar, schade nur dass sie unter einem Berg Egozentrik und Wichtigmacherei vergraben sind.

  9. Lieber Max,

    Du hast nicht verstanden, dass mit Datumsverschiebung mitnichten die technische Zeitumstellung, sondern die haendische Editierung der Postingzeit gemeint ist.
    Du hast auch nicht verstanden, dass zwischen einem Rant, wie dem meinigen und der Veroeffentlichung eines vermeintlichen Wahlbetrugsbeweises schon mehr als ein gradueller Unterschied besteht.

    Ja, ich habe den Media-Ocean einen Idioten fuer seine Handlung genannt. Ja, ich habe sogar selbst gesagt, das dies eine Beleidigung ist. Nein, ich rekuriere nicht auf das Recht auf freie Meinungsaeusserung, ich sage lediglich, dies ist meine Meinung. Bitte den Unterschied notieren.

    Das Spreeblick/Anderes Blog-Argument vermag nicht sich mir zu erschliessen.

    Bzgl der mangelnden Differenzierung in den Ueberschriften verweise ich nochmal auf die inhaltlichen Unterschiede hin..

    Ja, sonst ist alles frisch.

    Schade, dass Du auf die anderen Argumente und das Thema „Publizistische Verantwortung“ nicht eingehst.

  10. Nein, ich verstehe den Unterschied tatsächlich nicht: Ich verstehe nicht, wieso für deine Postings andere Maßstäbe gelten sollten als für die anderer. Insbesondere verstehe ich nicht, wieso du deinen „Rant“ dann unbedingt in den Trackbacks von anderen Blogs sehen musst und dich sogar zu der Behauptung aufschwingst jemand von uns hätte deinen Trackback gelöscht.

    Publizistische Verantwortung: Ja, Spreeblick hat eine höhere Aufmerksamkeit und vermutlich auch eine höhere Aufmerksamkeit als viele andere Blogs. Ja, ich finde auch dass man seine Worte bei Spreeblick lieber einmal mehr abwegen sollte als in sehr kleinen Blogs. Und? Andreas hat den Autoren des Artikels angerufen, traut ihm, hat andere Quellen gesucht, hat das Video nicht als Beweis dargestellt sondern differenziert: „Bei youtube ist nun ein Video aufgetaucht, das die beobachteten Manipulationen zumindest in einem konkreten Fall zu bestätigen scheint.“

    An welcher Stelle genau ist Andreas dieser Verantwortung nicht nachgekommen?

    Unter welchen Umständen genau hätte dieses Video irgendwo oder konkret bei Spreeblick verlinkt werden dürfen? Wie hätte man sich ausdrücken sollen?

    Deiner Meinung nach?

  11. Was nützt es, im Text einige Konjunktive und vielleichts zu verteilen, wenn in der Überschrift groß „Wahlbetrug“ steht?

    Zum Nachrecherchieren: wer hat gegenüber den Blogern behauptet, dass dieses Video einen Wahlbetrug nachweise? Mit welchem Interesse wurde dieses Video gezielt verbreitet?

  12. Hi! Meine Muttersprache ist russisch. Nachdem ich mir das Video ungefähr 20 bis 30 Mal angeschaut habe, kann ich fast alles verstehen.

    Lest und entscheidet selbst, ob das Video etwas beweist!

    Also:

    Der Mann, der vor dem Tisch steht, zeigt jemandem (einem Beobachter, anscheinend), dass in allen Stapeln mit Wahlformularen wirklich Wahlformulare mit dem jeweiligem Namen liegen.

    1.Person (der Mann vor dem Tisch): „Bitte schön! Gegen alle!“ (zeigt ein Wahlformular) „Gegen alle!“
    2.Person (der Beobachter anscheinend): „Ja“
    1.Person: „Gegen alle!“ (zeigt ein Wahlformular)
    2.Person: „Ja, ja“
    1.Person: „Gegen alle!“ (zeigt ein Wahlformular und macht dann den Stapel zurecht und legt ihn beiseite)

    1.Person: „Falsch ausgefüllte. Soll ich zeigen?“
    2.Person: „Ja, zeigen Sie die falsch ausgefüllten.“
    1.Person: „Hier! Falsch ausgefüllt!“
    2.Person: (scherzt:) „Jemand war übereifrig!“
    1.Person: „Übereifrig!“ (zeigt) „Übereifrig!“ „Übereifrig!“ „Übereifrig!“ „Das alles wäre für Lukaschenko! Fast alles hier wäre für Lukaschenko! Haben Sie es gesehen? Ja? Haben Sie es gesehen?“
    2.Person: (beruhigend:) „Alles ist in Ordnung, wir sagen doch nichts!“

    1.Person: „So, was haben wir weiter? Kozulin?“
    Frauenstimme: „Wjatscheslaw Iwanowitsch! Ist genug! Wjatscheslaw Iwanowitsch!“
    1.Person: „Kozulin?“
    Frauenstimme: (unruhig:) „Wjatscheslaw Iwanowitsch! Es reicht!“
    2.Person: „Nein, wir interessieren uns mehr für die Wahlformulare für Lukaschenko!“
    1.Person: „Kozulin!“
    Frauenstimme: „Gehen Sie dann weiter weg vom Tisch!“

    (paar unverständliche Aussagen)
    1.Person: „Ruhe! Kozulin? Kozulin! Einverstanden? Einverstanden! “
    Die Frau hält inzwischen noch einen kleinen Stapel in der Hand bereit und gibt ihn der 1.Person
    1.Person: „Hajdukewitsch“ (nimmt den kleinsten Stapel und ohne etwas aus dem Stapel zu zeigen, legt ihn beiseite)
    1. Person (berührt den größten Stapel): „So, hier ist ein Stapel und da einer…“
    2. (?)Person : „Blättern Sie sich durch!“
    Die Frau (schreit:) „Gehen Sie weg vom Tisch!“
    1. Person: „Bitte schön! Bitte schön!“ (Nimmt paar Formulare vom Stapel: ein Mal, das zweite Mal)

    2. Person: „Stopp!“
    Frau (schreit:) „Gehen Sie weg vom Tisch!“
    2. Person (schreit): „Warum… warum ist hier ein Formular für Milinkewitsch?!“ (nervöses Lachen) „Warum ist hier ein Formular für Milinkewitsch?! Weiter! Sehen Sie weiter nach!“
    1.Person: (leiser als sonst und nicht mehr so sicher) „Setzen Sie sich! Setzen Sie sich!“ „Gleich… Wir werden nachzählen!“
    2. Person (schreit): „Warum?!“
    1.Person: „Setzen Sie sich! Ale sollen sich setzen!“
    2. Person: „Na, sehen Sie!“

    3. Person: (anscheinend der, der gefilmt hat) „Unglaublich!“
    Frau: „Wir zählen gleich nach“
    1.Person: (zur Frau(?)) „Warum gestern…“ (weiter unverständlich)
    Frau: „Wir zählen gleich nach, dann sehen wir, warum“
    2. oder 3. Person: „Nachzählen ist was ganz anderes.“
    Frau: „Ah, hören Sie doch auf!“
    3. (?)Person: „Sie sollen aufhören, frau!“
    Frau: (verärgert): „Sie sollen aufhören, mann! Verwenden Sie dieses Wort nicht!“
    1.Person: (zu allen) „Wollen wir uns beruhigen! Ich, ehrlich…“ (weiter unverständlich) „So, Das Thema ist beendet!“

  13. Bei sixtus.net kann man sehen, wie man über das Video Erkundigungen einziehen konnte ohne das Ergebnis einer Recherche vorwegzunehmen. Dort lautet die Überschrift schlicht „Spricht hier jemand russisch?“.

    Dass die Instrumentalisierung der Blogs „lächerlich“ ist, sehe ich nicht. Es muss ja nicht immer die große Verschwörung dahinterstecken, oft sind es auch nur Aufmerksamkeitstäter, die sich selbst hochpushen wollen. Allerdings sind bei den vergangenen Revolutionen/Protestbewegungen in Osteuropa sehr wohl gezielt eingesetzt worden.

    Fassen wir zusammen: ein ungenannter Informant gibt den Link zum Video an mehrere deutsche Blogger und behauptet wohl, dass dieses Video einen Wahlbetrug nachweise. Blogs steigen auf die Geschichte ein, die sich aber schließlich als unwahr herausstellt.

  14. @Torsten:

    Nein. Stimmt so einfach nicht:

    Steffen hat den Kontakt zum YouTube-Poster. Dass er diesen nicht öffentlich macht, ist bei der herrschenden Situation in Belarus mehr als verständlich.

    Mario Sixtus hat den Link aus der Jonet-Liste. Er wendet sich ebenfalls, wie Steffen auch, hilfesuchend an die Leser. Im Initialposting von Steffen formuliert dieser auch entsprechend vorsichtig.

    Und die Blogs steigen ein, ja klar. Warum auch nicht. Meist mit der nötigen Distanz und den notwendigen Fragezeichen.

    Dass alles unwahr ist, muss sich erst einmal herausstellen. Die Sequenz alleine beweist gar nichts. Das ist mal klar. Steffen bemüht sich aber weiterhin um ein Interview mit Augenzeugen.

  15. Es ist doch so: Wenn die Blogger das Thema und das Video nicht aufgegriffen hätten, dann gäbe es noch gar keine Übersetzung.

    Das Thema wurde von vornherein vorsichtig behandelt und hat durch die Veröffentlichung erst die kolaborative Recherche eingeleitet.

    Deshalb ist es gerade für Blogs wichtig ungesicherte Informationen freizugeben (natürlich mit der Angabe, dass diese ungesichert ist) um erst die Recherche offen und gemeinschaftlich anzugehen.
    Wenn Bloggen also irgendwie Journalismus ist, dann ist es eben Open-Source-Journalismus, mit allen seinen Vor- und Nachteilen: Hier und da unfertig und buggy, aber die Paches folgen auf dem Fuss. Und jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.

  16. Andreas: „Steffen hat den Kontakt zum YouTube-Poster.“

    Und wie kommt der YouTube-Poster auf die Idee, dass dieses Video irgendwas beweist? Warum hat er keine Inhaltsangabe gegeben, nicht erklärt welchen Skandal er denn da ausfindig gemacht haben will?

    Der Unterschied zwischen dem Posting von Steffen und dem von Mario sixtus sollte doch ins Auge fallen.

    mspro: “ Wenn die Blogger das Thema und das Video nicht aufgegriffen hätten, dann gäbe es noch gar keine Übersetzung.“

    Wo wäre der Verlust? Der Erkenntnisgewinn ist lediglich der, das das Video uninteressant ist.

  17. @ Torsten.
    Das finde ich persönlich noch gar nicht bestätigt. Vielleicht kann man sagen, dass das Video für sich keine hinreichende Beweiskraft hat, jedenfalls noch nicht ohne weitere Metainformationen, die ja hoffentlich noch folgen werden. Uninteressant ist es aber deshalb noch lange nicht.
    Und selbst wenn dies tatsächlich der einizige Erkenntnisgewinn bleiben sollte, ist das immerhin ja schon etwas und eben nicht Nichts.

  18. mspro: Deinen Optimismus möchte ich haben. Wenn der YouTube-Poster in zwei Tagen nicht mal in Grundzügen vermitteln kann, welchen Skandal er entdeckt hat, liegt ein schweres Kommunikationsproblem vor oder die Geschichte ist tot. Oder beides.

  19. Mir ist unklar, welche Forderungen an Blogs hier gerade auftauchen. Die kollaborative Recherche findet statt, es wird überall geupdated. Große Schreierei kann ich auch nicht hören, wer das Thema verfolgt darf eher überrascht sein, wie gemäßigt alles verläuft.

    Wie ich schon bei Spreeblick geschrieben habe: es gibt viel nachzudenken bei der Art und Weise wie Blogs funktionieren, na klar, und das tun sehr viele Leute.

    Es könnte in Zukunft ja z.B. auch passieren, dass frische Blogs auftauchen, die unter Pseudonymen geführt werden und mit begrenzten Kommentarfunktionen ausgestattet werden, so dass die Diskussion in anderen Blogs stattfinden muss. Könnte dann auch passieren, dass dahinter eine Agentur oder was weiß ich wer steht. Mal sehen. Spannend bleibt es allemal.

  20. KaiK hat, wie er schon desöfteren betonte, keinen Anspruch an Blogs. Der Anspruch wird von Leuten hereingebracht, die Blogs für die Weltpresse des kleinen Mannes [tm] halten. Und gerade in der Presse ist es das Niveau von Boulevardblättern wie Bild, suggestive Fragen in Überschriften zu packen, für die man gerade eben nicht verklagt werden kann („Hat XYZ seine Frau verprügelt?“ – Hey, da ist ein Fragezeichen. Not touching you! Not touching you!). Das soll nicht bedeuten, daß wir uns für das Bildblog halten.

    Wir benutzen auch keine Pseudonyme, um unerkannt zu bleiben, sondern weil wir uns unter diesen Pseudonymen kennengelernt haben.
    Und auch wenn wir natürlich alle in dem Geheimkult der Gesellschaft für Realitätsdesign (GeReDe.org) versammelt sind, wirst Du erstaunt sein, wie nah die Auflösung der Pseudonyme liegen kann.
    Frag‘ z.B. mal Holgi nach meinem Pseudonym und er wird dir meinen echten Namen sagen können.

  21. So! Diese Debatte hätte ich dann mal nachgelesen. Wollte mich auch nur kurz melden, da ich in einem eigenen Blogbeitrag etwas ausführlicher „Stellung“ beziehen werde, sobald ich die wesentlichen Diskussionsstränge aufgearbeitet habe. Das mich jemand als Idiot bezeichnet ist zwar nicht nett, aber sowas versendet sich und trifft mich jetzt nicht ins Herz. Wenn man die Beleidigung und das andere Geseier subtrahiert, fehlt zwar in dem Beitrag von KaiK tatsächlich – dem Blogmotto entsprechend – die Pointe, aber mit dem Restgehalt dessen was an kritischen Punkten angesprochen wird, kann man durchaus was anfangen. Werds berücksichtigen. Die Kritikpunkte etwas diffenzierter vorgetragen und man hätte sich die Nickeligkeiten sparen können. Aber was solls, Blogs brauchen immer auch mal die Emotion in der Gürtellinienzone. Manchmal dürfen Blogs auch einfach scheisse sein. +stop+

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