Vince Clarke

Irgendwo habe ich letztens gelesen (ich glaube, es war im Musikexpress, den mir Dr. Beat zu lesen gab), dass Bands manchmal gut daran täten, Ihren Songwriter nach dem Debut-Album herauszuwerfen, wenn andere Bandmitglieder die besseren Songwriter sind. Vince Clarke sei genau so ein Fall, denn wäre er bei Depeche Mode geblieben, wären sie heute so unwichtig wie Erasure.

Kann man so sehen, muss man aber nicht.

Vince Clarke, immerhin Gründer von Depeche Mode, ist für das Songwriting auf Speak & Spell, dem Depeche Mode Debut-Album von 1980 verantwortlich.

Der bekannteste Song des Albums Just Can’t Get Enough gehört noch immer zum Depeche Mode Live-Repertoire. Es ist zwar ein simples Liedchen aber trotzdem immer noch ein Kracher (gut inzwischen wohl nur noch auf 80er Revival- und Ü30-Parties)

Kurz nach Erscheinen des ersten Albums verlässt Clarke die Band und gründet zusammen mit Alison Moyet das Duo Yazoo. Auf den beiden Yazoo-Platten finden sich jeweils zur Hälfte Kompositionen von Moyet und von Clarke. Einer der bekanntesten Hits ist Don’t Go vom Album Upstairs at Eric’s, eine Komposition Clarkes.

Nach dem Ende von Yazoo hatte Clarke zusammen mit Feargal Sharkey (The Undertones) als The Assembly einen Hit mit Never Never.

Seit 20 Jahren ist Vince Clarke nun im Team mit Andy Bell als Erasure komerziell sehr erfolgreich unterwegs.

Mag ja sein, dass Martin L. Gore der bessere Songwriter ist. Aber ganz schlecht und erfolglos ist Vince Clarke offensichtlich auch nicht.

Veröffentlicht von Andreas

Andreas Schepers leitet die Kommunikation eines der aufregendsten KI-Labs in Europa. Hier schreibt er privat über Dinge, die ihn interessieren: Astronauten, Pop, etc. und Künstliche Intelligenz.

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7 Kommentare

  1. ja. genau. ich wollte immer andy fletcher sein. vince clarke fand ich ein bisschen spooky. jetzt hab ich ein grosses herz fuer schüchterne ableton/laptop frickler.

  2. Und trotzdem bin ich überaus froh darüber, dass es Martin L. Gore ist! Gar nichts gegen Erasure. Denn selbst Gahans Kompositionen sind nicht unbedingt der Bringer. :)

  3. depeche mode würden doch heute gar nicht mehr so klingen, wenn damit nicht ein haufen geld zu machen wäre, der es ihnen ermöglicht von ihrer musik zu leben. wenn man sich mal in foren umschaut sieht man sofort, dass dies stimmt, denn dort regen sich sehr viele leute über die REMIXE auf. dabei sind genau jene remixe der „missing link“ zu dem, was martin gore sicher gerne machen würde. und nebenbei: depeche mode remixe sind akutell so gut wie nie zuvor, das liegt aber an den leuten die sie machen und die komen halt aus dem kompakt-usw-umfeld. ich hab mir neulich auch gerade mal wieder diese dvd mit den dm-videos angeschaut und da sieht man andy fletcher in seinem ziemlich nyc-style-dekadent eingerichteten büro. der erste gedanke war: ach du, sche… das ist jetzt nicht wahr. der raum hätte genau so auch einem blöden investment-banker gehören können. danach hab ich mir nochmal die videos angesehen und mußte feststellen, daß diese aus aktueller sicht gar nicht mehr viel hergeben. es gibt tausende, die besser sind. trotzdem wären dm ohne mr. corbijn jetzt nicht dort, wo sie sind. das gesamtprodukt depeche mode ist eben ein wenig rückwärtsgewandt, aber eben nur weil das publikum das so haben will. kommerzradiokompatibel halt.

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